| Orient-Klänge |
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GOL-HA am 8. Dezember live im TIK Am Sonnabend, 8. Dezember, gibt es im Freien Theater Studio (Mecklenburgstraße 28) um ein Wiedersehen mit der Band GOL-HA. Mit dabei ist diesmal Bianca Tarrach. Während Sie beim letzten Internationalen Pantomimefestival mit ihrer Bühnenpartnerin das Publikum mit überwiegend heiteren Szenen begeisterte, ist sie nun mit ihrem zweiten. Steckenpferd - dem Orientalischen Tanz - zu erleben. Dass dies schon lange mehr als nur ein Hobby ist und sich erstaunlich gut mit Elementen der Pantomime verbinden lässt, bewies sie erst kürzlich beim Orientalischen Abend im Hotel Elefant. |
| Poetische Schauspiele im TIK |
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Zwei Solo-Programme von Beate Sarrazin auf kleiner Bühne am 18. und 19. Oktober
Am Freitag und Sonnabend, 18. und 19. Oktober, jeweils um 20 Uhr gastiert erstmals die Düsseldorfer Schauspielerin Beate Sarrazin in Schwerin- im Gepäck zwei sensible Solostücke über (fast) aktuelle Frauengestalten: |
| Panische Angst vor mordlustigen Vögeln |
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Das 5. internationale Tanztheater befasst sich mit der Macht der Bilder Zum fünften Mal treffen sich in Schwerin auf Einladung des Freien Theater Studios freie Tänzer und Tanztheatergruppen aus aller Welt, um in der mecklenburgischen Landeshauptstadt gleichsam wie in einem Kaleidoskop zu zeigen, was für vielfältige Formen die moderne Tanzkultur hervorgebracht hat. |
| Ohne Worte |
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5. Internationales Pantomimefestival des Freien Theater Studios Schwerin
Ist er's oder ist er's nicht? Wie auch immer: Beim Pantomimefestival des Freien Theater Studios Schwerin ist ein Herr zu Gast, der aussieht wie Charlie Chaplin, sich bewegt wie Charlie Chaplin und auch nichts sagt - wie Charlie Chaplin einst in seinen Stummfilmen! Informationen über das Pantomimefestival sowie Anmeldungen und Kartenvorbestellungen beim Freien Theater Studio im TiK, Telefon 03 85 / 56 24 01. Tickets gibt es auch noch beim Ticket-Service am Markt und jeweils ab 19 Uhr im Hotel Elefant. dc/fts |
| Kultur ja, aber ohne TIK |
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Haus der Kultur soll bis 30. Juni fertiggestellt werden - TIK zieht nicht wieder ein Viel ist es nicht, was angesichts der gegenwärtigen Bauarbeiten in der Mecklenburgstraße 2 an ein "Haus der Kultur" denken ließe: außen Gerüste und Planen, innen allenfalls Fragmente früherer Räumlichkeiten. Und im früheren Zimmer des früheren Kulturdezernenten gar haben sich die Bauarbeiter ein lauschiges Frühstücksplätzchen eingerichtet - mit Wandpostern, Büroleuchte und einem winzigen Plastikweihnachtsbaum. Viel Zeit, sich daran zu erfreuen, bleibt ihnen allerdings nicht: Bis 30. Juni muss hier nicht nur der Hammer gefallen, sondern vom Fahrstuhl über die Lüftungsanlage bis zum Treppengeländer alles fertiggestellt sein. |
| Tausendundeinenacht an einem Abend |
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2. Orientalischer Abend am Sonnabend im TIK Orientalische Tänze - gewissermaßen hausgemacht - gab es bereits im vergangenen Jahr im Hotel Elefant. Ausschließlich Bauchtänzerinnen aus Mecklenburg-Vorpommern bestritten das abwechslungsreiche Programm und überraschten und begeisterten das Publikum mit ihrem Temperament, ihrer Individualität und ihrem Einfallsreichtum. Da schon damals der große Saal im Hotel Elefant die Schaulustigen nicht fassen konnte, gibt es jetzt am Sonnabend, 5. Oktober, ab 20 Uhr eine Neuauflage der Veranstaltung - und ein neues Programm.
Zu erleben sind Folklore-, Mittelalter-, Schleier- und Trommeltänze, dargeboten von Tänzerinnen aus Rostock, Parchim und Schwerin. Ein Geschichtenerzähler wird das Programm mit vergnüglichen Histörchen aus dem Orient bereichern. Infos, Anmeldungen und Kartenvorverkauf im TIK, Mecklenburgstraße 28, Telelefon: 03 85/ 56 24 01, Internet: http://www.freies-theater.de/, E-Mail: info@freies-theater.de. tik |
| Die Utopie des Körpers |
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Am Freitag beginnt in Schwerin das 4. Internationale Pantomimefestival - diesmal im Hotel Elefeant Er reist nicht mit einer Karavane großer Trucks an, und er braucht keine Licht- und Tontechnik, die angezeigt ist, jede Show der Superlative in einer von Superlativen ach so geschwächten Zeit nochmals zu toppen. Und doch gelingt es ihm, auf meisterhafte Weise neue Welten entstehen zu lassen - ungeahnte oder solche, die man zwischen Kühlregal und Talkshow längst verloren geglaubt: Eine einzige Handbewegung, ein Augenaufschlag des Pantomimen genügen, um der Phantasie des Zuschauers derart Flügel zu verleihen. Und so mag es wenig wundern, dass sich, leise aber bestimmt, mittlerweile das 4. Internationale Pantomimefestival in Schwerin ankündigt. - Längst weiß man es in und jenseits der Landeshauptstadt zu schätzen, alljährlich hier ein Festival auf solch anerkannt hohem Niveau erleben zu dürfen. Und so nimmt man es denn auch in Kauf, dass der Festspielort innerhalb der Stadtgrenzen wandert - diesmal zum großen Saal des Hotels "Elefant" in die Goethestraße. Der Veranstalter bleibt schließlich immer derselbe: das Freie Theater Studio. In diesem Jahr stellt dessen künstlerischer Leiter, Dr. Franklin Rodriguez Abad, das Festival unter das Motto "Körper und Utopie. Offen für Europa und die Welt". Damit wolle das Freie Theater Studio die Aufmerksamkeit auf die unbegrenzten Möglichkeiten des menschlichen Körpers lenken. Die "Idee der Verbindung von Körper, Utopie und Offenheit" könne gerade in der heutigen Zeit "nicht oft genug hervorgehoben" werden, so Dr. Rodriguez Abad. Und so darf man sich auf ein sehr vielschichtiges Programm freuen: Am kommenden Freitag, wenn sich um 20 Uhr im "Elefanten" der erste Vorhang des diesjährigen Festivals hebt, ist zunächst die Gruppe "Krasky Vostoka" aus Kirgisien zu erleben. Alle Artisten dieser Gruppe sind Absolventen der traditionellen russischen Clownsschule und in ihrer Heimat und darüber hinaus durch zahlreiche Fernsehauftritte bekannt. Erst kürzlich erlangten sie beim Cirque d'Hiver in Paris sowie beim Cirque du soleil hohe Auszeichnungen. Außerdem gibt es in der ersten von insgesamt drei Festivalwochen ein Wiedersehen mit dem Hamburger Pantomimen Jörg Lemke (27.5. um 20 Uhr), das Programm "Heiter bis sportlich" von Peter Paul aus Münster (28.5. um 20 Uhr) sowie vom 29. bis 31. Mai jeweils um 10 Uhr das Kinderprogramm "Als Paul zum Zirkus ging." Danach geht es weiter mit dem Spanier Carlos Martinez, mit "Modern Mines", mit... - doch dazu in der nächsten Woche.mp Ausgabe: 21 2000 |
| Günter Wallraff liest |
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Am Montag, dem 15. Mai, um 19.30 Uhr eröffnet Günter Wallraff mit einer Lesung aus verschiedenen Werken eine Reihe von Kulturveranstaltungen des Freien Theater Studios Schwerin im Hotel/Restaurant "Elefant". Auch wenn inzwischen schon ein paar Jahre nach dem Erscheinen Wallraffs bekanntester Werke "Der Mann, der bei BILD Hans Esser war" und "Ganz unten" ins bundesdeutsche Land gegangen sind, haben diese nicht an Aktualität verloren. Doch seit den authentischen Erlebnisberichten von Wallraff alias Ali, der sich als türkischer Gastarbeiter durch die schlechtbezahltesten, schmutzigsten und gefährlichsten Jobs verdingte, in Atomkraftwerken und Pharmafirmen buchstäblich mehr als nur seine Haut zu Markte trug, seither ist das Ammenmärchen vom netten deutschen Sozialstaat endgültig unglaubhaft geworden, sind zumindest verschiedene Bevölkerungsgruppen sensibler geworden für die Lebens- und Arbeitsbedingungen ausländischer Mitbürger in Deutschland. Obwohl renommierte Verleger das Thema zunächst für "abgelatscht" hielten, wurde "Ganz unten" eins der meistgelesensten Bücher der Bundesrepublik. Doch nicht nur die erschienen Druckerzeugnisse dürften ein angeregtes Gespräch mit dem Autor lohnen - gibt es doch auch vieles, was in oft langen Prozessen vor Gericht angegriffen und zensiert wurde, so dass man durchaus zu jedem Buch ein "Buch zum Buch" veröffentlichen könnte. Und schließlich bewegt sich der Autor mit seinen teils spektakulären Robin-Hood-artigen Recherchen oft tatsächlich am Rand des Erlaubten. "Wo ist die Grenze der journalistischen Freiheit?", ist man geneigt zu fragen, sollte aber auch den Anspruch der Bürger auf freien Zugang zu Informationen als grundlegende Voraussetzung zur freien Meinungsbildung nicht gering schätzen. Werte wie Freiheit, Wahrheit und Gerechtigkeit sowie der Glaube, trotz allem noch etwas ändern zu können, scheinen weitaus mehr als die pure Abenteuerlust Auslöser für Wallraffs freibeuterische Art der Informationsbeschaffung gewesen zu sein. Kartentelefon: 0385 / 56 24 01. Ausgabe: 19 2000 |
| Beseeltes I-Tüpfelchen |
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Gospel und Spiritual halten Einzug in die Landeshauptstadt Vielleicht entwickelt sich Schwerin ja doch zu einer Stadt der Kulturen: Nachdem der Tango hier schon zu einer festen Größe avancierte, tönt es jetzt aus einer ganz anderen Richtung: Spiritual und Gospel erobern die Landeshauptstadt. Jeden Freitag um 17 Uhr trifft sich der Gospelchoir im TIK und lässt sich von "Gospel-Schröders" Temperament anstecken und mitreißen - in für unsere Breitengrade eher ungewöhnliche Musikwelten. |
| Die Irokesen in Schwerin |
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Ausstellung und umfangreiches Rahmenprogramm bis zum 12. September Tipi, Tomahawk und Totempfahl. Nicht nur für Kinder besitzt die Welt der Indianer eine magischeAnziehungskraft. Seit Sonnabend kann diese Welt nun inSchwerin in den neuen Räumen des Freien Theater Studios im TIK in der Mecklenburg- straße 28 ihren Reiz entfalten. Hinzugehen lohnt sich: Die Ausstellung "Nord-amerikanische Indianer" sowie ein umfangreiches Begleitprogramm laden große wie kleine Gäste bis zum 12. September ein. Die Schau ist ein Gemeinschaftsprojekt, für das sich der Parchimer Ethnologe Egon Vohs, das TIK, die Buchhandlung Weiland sowie mehrere mecklenburgische Schriftsteller zusammengetan haben. "Ich hoffe, dass wir in Schwerin mit unserer Ausstellung auf ein reges Interesse stoßen werden", meinte der Ausstellungsmacher Egon Vohs zur Eröffnung der Schau: Er sammelt seit 40 Jahren indianische Zeugnisse, Literatur, Kunst- und Kultgegenstände. Es ist übrigens bereits die zehnte Ausstellung, die er organisiert. Die vielleicht prachtvollsten Exponate der Schau sind echte Felle von Luchs und anderen Wildtieren sowie ein handgemaltes Öl-Porträt des Indianerhäuptlings "Rote Wolke" vom Stamm der Sioux. Und was gibt es noch zu sehen? Zum einen viele seltene Ausstellungsstücke, die der Sammler und Ethnologe Egon Vohs über etliche Jahre persönlich zusammengetragen hat. Doch es geht nicht nur ums passive Betrachten. Schon die Allerkleinsten können mit buntem Federschmuck spielen, indianische Mandalas ausmalen oder - mit etwas Unterstützung - ein "Magisches Auge" erstellen. Ebenfalls mit Hilfe können interessierte Mädchen und Jungen "echten" Indianerschmuck aus authentischen Materialien basteln. Die verwandten Materialien müssen dann allerdings bezahlt werden. Ebenfalls empfehlenswert: Die Mythen und Legenden der Indianer, teilweise frei erzählt von prominenten Künstlern, begleiten die Indianer-Ausstellung an mehreren Abenden. So sind am 17.August um 20 Uhr der Schriftsteller Uwe Saeger, die langjährige Mitarbeiterin der Kinderbibliothek Ute Breitsprecher und der Musiker Kambiz Ferydoni zu erleben. Der Schriftsteller Claus Meyer ("Weisse Wolke Carolin"), der Pastor und Gospelsänger Mathias Schröder sowie Conny Werner von der Gadebuscher Kulturgruppe Indianistik sind am 25.August zu erleben. Jugendliche wie Erwachsene können sich darüber hinaus Vorträge zu ausgewählten Themen wie "Jagd", "Hochzeitsbräuche", "Medizinmann" bei Egon Vohs anmelden. Die Ausstellung ist täglich von 10 bis 12 Uhr und nachmittags von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet pro Person 4 Mark, Kinder unter 14 Jahren zahlen nur 2 Mark. kra |
| Tanz der Kulturen |
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Das 4. Internationale Tanztheaterfestival beweist jene kulturelle Vielfalt und Farbigkeit, die den Reiz der Stadt ausmacht. Schwerin (red). Daß die Landeshauptstadt auch wirklich eine ist, soll man zuvörderst ihrem kulturellen Leben ansehen und anspüren. Beste Dienste dazu leistet in diesem Herbst nun bereits zum vierten Mal das Freie Theater Studio im TiK mit einer an Höhepunkten reichen Neuauflage des Tanztheaterfestivals, zu dessen kunst-gerechter Durchführung man diesmal erstmals aus den heimischen Gefielden am Pfaffenteich in die Halle am Fernsehturm ausweichen mußte, - die ins Programm genommenen Aufführungen wären auf der zu kleinen Bühne des TiK nicht zu realisieren gewesen. Aber Theaterleiter Dr. Franklin Rodriguez Abad verspricht, das als eher unwirtlich bekannte Ambiente der realsozialistischen Halle für das Festival "entsprechend zu gestalten". Mehr auf Seite 19 Ausgabe: 42 1999 |
| Tanz zwischen Tradition und Moderne |
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In der kommenden Woche beginnt in Schwerin das nunmehr 4. Internationale Tanztheaterfestival '99, erstmals mit einem zusätzlichen Veranstaltungsort jenseits vom Haus der Kultur: in der Halle am Fernsehturm. Schwerin (red). Das Internationale Tanztheaterfestival Schwerin, veranstaltet vom kleinen, aber mittlerweile weit über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus bekannten Freien Theater Studios im TIK, erfreut sich einer stetig wachsenden Fangemeinde. Bietet dieses Festival doch eine alljährlich einmalige Gelegenheit, europäische wie internationale (insbesondere latainamerikanische) Tanzkultur zu erleben, ohne sich dabei auch nur einen Millimeter weit aus Schwerin fortbewegen zu müssen.- Die Welt kommt zu uns! In diesem Jahr steht das Festival unter dem Motto: "Tanz der Kulturen: Zwischen Tradition und Moderne". Und dies bezieht sich nicht nur auf die inhaltliche Gestaltung des Festivals, sondern auch auf dessen Austragungsorte: Erstmals wird der Großteil der Veranstaltungen nicht mehr - wie es bislang Tradition war - im Haus der Kulturen präsentiert, sondern in der Halle am Fernsehturm. - Kaum mag man sich in Schwerin einen ungeeigneteren Ort vorstellen als diesen, um latainamerikansche Rhythmen, experimentelles Theater oder Tänze aus dem europäischen Mittelalter zu präsentieren. Dr. Franklin Rodríguez Abad, künstlerischer Leiter des Tanztheaterfestivals: " Wir hatten keine andere Wahl: Die Deutsche Tanzkompanie beispielsweise tritt mit 15 Tänzern auf und benötigt eine einhundert Quadratmeter große Bühne. Die können wir weder im Haus der Kultur noch im Thalia bieten." Aber Rodríguez Abad ist zuversichtlich: "Die Halle am Fernsehturm wird natürlich entsprechend gestaltet. - Der Raum wird verkleinert , und es werden Sitzmöglichkeiten geschaffen, ähnlich wie bei Aida auf dem Alten Garten. Abgesehen davon glaube ich, daß wir ein so attraktives, vielfältiges und interessantes Programm bieten, daß die Freunde des Tanztheaters dafür auch in die Halle am Fernsehturm kommen. Und vielleicht finden damit ja auch einige Dreescher mehr den Weg zu unserem Festival..." Offiziell eröffnet wird das 4. Internationale Tanztheaterfestival am Donnerstag, dem 21. Oktober, um 20 Uhr in der Halle am Fernsehturm. Dann stehen die Gruppe "Bulubu" und das "Kontrast Tanzteatro" auf dem Programm. Bulubu heißt der Ort, von dem aus - nach einem südamerikanischen Kinderlied - ein Hexenmeister auszog, um alle Menschen zu verzaubern. Und Bulubu heißt auch die noch junge experimentelle Tanzkompanie, zu der sich vier Frauen aus vier verschiedenen Ländern, alle Absolventinnen der Folkwang-Schule in Essen, zusammenfanden, um durch Bewegung und Tanz Geschichten oder Märchen zu erzählen. Zur Eröffnung des Schweriner Festivals ist die Uraufführung von Bulubus erster eigener Choreographie zu erleben: "Even Wild Flowers." Der zweite Part dieses Eröffnungsabends wird vom deutsch-mexikanischen "Kontrast Tanzteatro" und seinen Stücken "Nierika" und "La Trenza" gestaltet. "Nierika" nennen die Schamanen eine Passage in unserem Verstand, welche ein Mysterium bleibt bis zu dem Moment, in dem wir sterben. In jenem Augenblick ziehen die Bilder unseres Lebens noch einmal als letzte Erinnerung an uns vorüber, auf der Reise zum Zustand von Vision und Tod. Inspiriert durch die hilflose Situation von Menschen, die an einer tödlichen Krankheit leiden, entstand für das Kontrast Tanzteatro daraus ein Stück Tanztheater. Im Kontrast dazu der darauffolgende Festivalabend: Trommeln und Rhythmen, Musik und Tanz - die "Elexiere des Lebens", wie es heit - versetzen die Halle am Fernseturm in karibischen Schwung. Die Latinoband "Cache" spielt hauptsächlich Salsa, präsentiert aber auch andere latainamerikanische Rythmen wie Rumba, Merengue, Mambo, Cha-Cha-Cha, Cumbia, Samba oder Bolero. Damit nicht genug: Die Tanzgruppe "Vacilon" zeigt Tänze aus einer Mischung von Opanie, Samba de Roda, Samba Reggae, Samba Enredo und Passo. "Charme, Fröhlichkeit und Sinnefreuede im Gepäck", will die Tanzgruppe dazu animieren, selbst zu tanzen, mitzutanzen... Ansonsten sollten sich die Festivalbesucher doch eher darauf beschränken, anderen beim Tanzen zuzusehen: Ob beim Flamencotanztheater (28.10.), beim Autritt der Japanerin Keiko Nakano (26.10.) oder auch bei den erstmals in das Festival integrierten Aufführungen des Mecklenburgischen Staatstheaters Schwerin; "Aschenputtel" (23.10. und 31.10.) und "KEEP GOING - TanzWERKstatt II" (22.10.). Karten für alle Veranstaltungen (über die wir auch in der kommenden Woche noch berichten werden), sind für jeweils 20 Mark beim Ticketservice Behnke am Markt und im Haus der Kultur (Tel. 0385 / 56 24 01) erhältlich. Ausgabe: 41 1999 |
| Fabelhaft, fabelhaft, fabelhaft |
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Die Kultursommerbroschüren '99 liegen vor und - soweit geduldet - auch aus, die ersten Events derweil schon hinter uns. Schwerin (is). Der beste Nährboden für große Kunst ist neben der Unterdrückung die Armut, so die These vieler, die von Kunst etwas zu verstehen meinen. Wohl (oder eher übel) dieser Hoffnung folgend, werden in Schwerin Jahr für Jahr die finanziellen Mittel für den landeshauptstädtischen Kultursommer zusammengestrichen, diesmal auf 100.000 Mark. So zumindest der letzte Stand. Unterdessen wird gemunkelt, daß man selbst davon noch ein Viertel und sich damit einen großen Teil der broschürlich bereits schwarz auf weiß angekündigten Veranstaltungen sparen will. Vorerst aber findet er - als eine Art Performance aus dem Hütchen der städtischen Kulturabteilung gezaubert - statt, der Kultursommer '99: Da steigen weiße Feen hinab zu den ewigen Silberkarpfengründen des Pfaffenteichs, da nimmt die Fontäne Gestalt oder vielmehr Gesicht an, entführen mystische Gestalten ihre Zuschauer in eine wundersame Fabelwelt, während im Innenhof des Domes "Jedermann" und im "Thalia" Ska gespielt wurde. Und das war erst der Auftakt! Schon einen Abend später lockte die Flieger-Rock-Band zum rockigen "Tanz in den Sommer" an den Pfaffenteich und das 2. Schweriner Oldtimerfest zum Marstall. Die Highlights in dieser Woche: das laufende Pantomimefestival im TiK (das gut beraten gewesen wäre, sich aus den stickigen Räumen eines baufälligen Hauses hinaus ebenfalls an den Pfaffenteich zu begeben), die heutige Eröffnung des Musiksommers im Mecklenburgischen Staatstheater, die Premiere von "Aida", selbstredend, und, ebenfalls am Donnerstag: die Eröffnung der Ausstellung "Matisse" im Schleswig-Holstein-Haus. Der Juli dann beschert den kulturinteressierten Schwerinern und Gästen eine Picasso-Ausstellung im Staatlichen Museum, eine Kurzfilmnacht im Kammerkino sowie Sommerfilmtage im Speicher-Innenhof, ein Straßentheaterfestival, ein Holzfest, ein Moorfest, ein Schloßfest und so viele andere kleine wie große Feste, daß man sie kaum aufzuzählen vermag. Es lohnt in jedem Fall, sich die kleine, schick gestaltete Broschüre "Schweriner Kultursommer 99" zu beschaffen (bei der Schwerin-Information, im Stadthaus oder bei Unser Schwerin - letzteres aufgrund der geringen Bestände allerdings nur für drei Interessierte) und ansonsten immer mal wieder einen Blick in den Veranstaltungskalender von US (Seite 4) zu werfen. Dort werden wir - speziell zum diesjährigen Kultursommer - demnächst auch ein Preisrätsel besonderer Art veröffentlichen... Ausgabe: 25 1999 |
| Mit einem Schuß Anarchie |
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Doktor Nolden's Heart Klaps Band zählt zu den bizarrsten Combos in Deutschlands Musikszene. Schwerin (TIK). Aus drei Stimmen und diversen Zupf-, Schlag-, Rappel-, Schrubb- und Quetsch-Instrumenten braut sich etwas zusammen: eine skurrile Mischung aus burlesken Liedern und preziösen Musikstücken unterschiedlichster Machart - witzig reduziert und ungewöhnlich instrumentiert. Poesie und Kalauer tanzen Arm in Arm, skrupellos verspielte Melodien duellieren sich mit rhythmischen Wortkaskaden. Bald poppig, dann ballesk, mal kitschig oder auch mal streng: Die bizarre Darbietung bringt Musikstile zum Stolpern und Pop-Traditionen zu Fall, bis das Zwerchfell aus dem Takt gerät. Da ist kein Thema zu banal, keine Neigung zu intim, um nicht in Doktor Nolden's Heart Klaps-Mühle zermahlen zu werden zu komischem Sang und Klang, zu musikalischen Aha-Effekten. Das groteske Trio mixt in seinem neuen Programm einen schillernden Cocktail aus kuriosen Liedern, krausen Songs und abgründigen Schlagern, gewürzt mit witzigen Wortscharmützeln und einem Schuß Anarchie - ein Musik-Genuß der besonderen Art mit garantiert antidepressiver Wirkung. Ausgabe: 40 1999 |
| Theater-Studio |
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Das weithin geschätzte und renommierte Pantomimefestival im TiK ist akut gefährdet, - Fördermittel sind bisher ausgeblieben. Schwerin (red). "Mit Bedauern" teilt das Freie Theater-Studio mit, daß das für April geplante 3. Internationale Pantomimefestival "aufgeschoben, wenn nicht sogar aufgehoben" werden muß. Grund ist die bis zum jetzigen Zeitpunkt andauernde Mittelosigkeit und Unsicherheit über die 1999 zur Verfügung stehenden Mittel: bis jetzt hat das Freie Theater-Studio weder Fördermittel noch verbindliche Bewilligungsbescheide von Stadt (Amt für Jugend, Kultur und Sport, Abteilung Kultur) und Land (Kultusministerium, Bereich Darstellende Kunst) erhalten. Dabei seien die beantragten Mittel im Vergleich zu den vorgesehenen kulturellen Aktivitäten denkbar gering: Mit nur 22.000 Markvon der Abteilung Kultur, 7.000 Mark aus dem Fonds "Kultursommer" und 80.000 Mark vom Kultusministerium könnten im TiK mehr als hundert Veranstaltungen organisiert werden, darunter ein Internationales Pantomimefestival, das 4. Internationale Tanztheaterfestival, ein ausgedehnter Theatersommer voller Kabarett und Comedy und viele andere Gastspiele freier Künstler und Gruppen. Darüber hinaus werden fast das ganze Jahr über Kurse in Bereichen wie Schauspiel, Pantomime und Tanztheater geboten, eigene Inszenierungen gemacht etc. "Nebenbei" deckt diese Summe zusammen mit einem beträchtlichen Eigenanteil sämtliche Nebenkosten wie Miete, Personalkosten für den einzigen angestellten Mitarbeiter, Werbung etc. Dabei gehen fast 17.000 Mark allein an Miete fürs TiK auf direktem Wege an die Stadt (WGS) zurück. Es handelt sich, so Franklin Rodriguez, künstlerischer Leiter des Freien Theater- Studios, nicht um einen millionenschweren Prestige- oder Statusverlust, sondern tatsächlich um die Gefährdung der Existenz der Spielstätte TiK: "Seit Beginn des Jahres konnten wir fast keine Veranstaltungen durchführen, weil kein Geld und keine Planungssicherheit da waren. Nur die Kurse konnten - weil sie sich weitgehend selbst tragen - planmäßig stattfinden." Selbst für den Fall, daß es demnächst noch zu einer befriedigenden Entscheidung über die diesjährige Finanzierung komme, sei, so Franklin Rodriguez, nicht sicher, ob es gelingen könne, das geplante Pantomimefestival (mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern u. a. aus Bulgarien, der Tschechischen Republik, der GUS, aus Mexiko, der Schweiz etc.) inclusive Verträgen, Sponsorensuche und Werbung bis Anfang Juni auf den Weg zu bringen. Vielleicht, hofft Rodriguez, gebe ja auch jemanden unter den Stadtvertretern oder überhaupt unter den Politikern aus Stadt und Land "mal ein paar Denkanstöße", was es bedeuten könne, tausenden Zuschauerinnen und Zuschauern und hunderten freier Künstler, die einander in den letzten Jahren bei den TiK-Veranstaltungen begegnet seien, künftig den Zugang zumTiK und damit eben auch zueinander zu verwehren. Bald bietet der Pfaffenteich wieder das gewohnte Bild: mit Fontäne und Entenhäuschen Ausgabe: 16 1999 |
| "Die Magie der kleinen Bühne" |
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Unter dem Motto "Körper und Raum: Die Magie der kleinen Bühne" organisiert das Freie Theater Studio im Haus der Kultur(en) vom 17. Juni bis zum 3. Juli sein nunmehr 3. Internationales Pantomimefestival im TiK. Schwerin. Diesmal ist das Festival dem im Januar verstorbenen polnischen Theaterregisseur Jerzy Grotowski gewidmet. Grotowski, fast unbekannt in der ehemaligen DDR, aber weltweit verehrt als einer der großen Erneuerer des Theaters im 20. Jahrhundert, fordert ein körperbetontes Theater für kleine Zuschauergruppen von maximal 40 Personen und den Verzicht auf die traditionellen Effekte des reichen Theaters. Für Grotowski gibt es zwei unverzichtbare Elemente, ohne die es kein Theater geben kann: erstens der Körper des Schauspielers, der dazu einem harten Training unterworfen und in seinen vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten untersucht wird, und zweitens der Zuschauer, der mit der menschlichen Energie und der meisterhaften Beherrschung der schöpferischen Kreativität des Schauspielers verzaubert werden sollte, anstatt ihn mit riesigen technischen und unerreichbaren Effekten aus anderen Künsten zu bombadieren. Diese Auffassungen stimmen mit der Kunst der Pantomime überein, die die Sprache des Körpers in den Mittelpunkt ihrer Kunst stellt. Andrerseits wird das beliebte Theater TiK gewürdigt, das schon Teil der Schweriner Theatergeschichte geworden ist und das wahrscheinlich das letzte Mal für ein Pantomimefestival seine Türen öffnet, denn den neuen Plänen für die Sanierung entsprechend wird dieser raum nicht für künftige Theaterveranstaltungen umgebaut. Das ist sehr bedauerlich, weil dieser raum in sich birgt, was man "die Magie der kleinen Bühne" nennen kann. Für dieses dritte Internationale Pantomimefestival wurdn Künstler aus sechs verschiedenen Nationen gewonnen, andere, die ebenfalls geplant waren, sahen sich leider gezwungen abzusagen nach dem ganzen Hin und Her - wegen der so lange ungeklärten finanziellen Situation des TiKs und wegen der zweimal verschobenen Auftrittstermine. Dennoch darf man sich auf ein wiederum buntes, vielfältiges Programm freuen: Am 17. Juni um 20 Uhr eröffnet Peter Mim aus Bulgarien das Festival mit seinem feinfühligen Programm "Comedy und Poesie". Mim ist einer der wichtigsten Pantomimen der Gegenwart. Mehrere Jahre lang war er Bühnenpartner von Marcel Marceau. Er macht aus dem Nichts eine Bühne und aus der Kunst des Schweigens ein Fest der Sinne. Er lebt Liebe und Leid, ist Poet, Clown, Tänzer und Träumer. Er spult nichts herunter, kostet jede Szene aus und geizt nicht mit Details. In der Wahl seiner Themen bleibt er in der Gegenwart. Zu seinem Repertoire gehört die Bewegungsillusion genauso wie perfekte Comedy und mitreißende Walk-Acts. Gnadenlos feuert der Mime sein Kaleidoskop von Kunst, Klamauk und Komik ab und bietet ganz nebenbei Antworten auf essentielle Alltagsfragen. Am Sonntag, dem 20. Juni, spielt noch einmal Peter Mim, dann mit seinem neuen Programm "Nonstop Comedy" - eine kabarettistische Darstellung von Alltagssituationen in zehn Minikomödien. Was bietet die erste Festivalwoche sonst noch? - "Ansichten, Einsichten, Aussichten" (am 18.Juni) und "Zeitgeist-er" (am 19.Juni) mit Susanne Leinweber aus der Schweiz. Sie ist ausgebildete Pantomimin und Tänzerin, singt auch Chancons und verzichtet also nicht absolut auf das Wort. "Pantomimische Cartoons" nannte ein Kritiker treffend das, was Susanne Leinweber in ihren pantomischen Kurzgeschichten an Betrachtungen und Reflexionen über das menschliche Mit- und Gegeneinander, über Egozentrik und Isolation auf die Bühne zaubert. Und, ebenso wie Peter Mim, kommt Susanne Leiweber auch mit einem Kinderprogramm nach Schwerin: Am 18. Juni um 10 Uhr erzählt sie, nicht ganz ohne Worte, aber fast ohne Requisiten "Die Abenteuer der Clownin Riri". Kartenvorbestellungen für diese wie alle weiteren alle Veranstaltungen (die wir detailliert in den kommenden Ausgaben ankündigen/d. Red.) sind telefonisch unter der Rufnummer 0385 - 56 24 01 oder beim Ticketservice Behnke möglich. Dr. Franklin Rodríguez Künstlerischer Festivalleiter Anmerkung der Redaktion: Die Preise für die Festivalveranstaltungen betragen, entgegen der Veröffnetlichung in der letzten Ausgabe von US, nur für Kinder & Mark. Erwachsene zahlen 20 Mark (ermäßigt 15 Mark) Eintritt. Ausgabe: 23 1999 |
| Der Meister der Anden-Gitarre |
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Julio Humala am 26. 11. live im TIK In Peru, speziell in Ayacucho, hat sich eine unvergkeichliche Art des Gitarrenspiels aus der Mischung spanischer und indianischer Elemente entwickelt. Das fremde Instrument Gitarre wurde den Indios zum - lange Zeit verbotenen - Ausdrucksmittel ihrer Trauer und ihres Protests. Die Musiker aus Ayacucho sind heute in ganz Lateinamerika berühmt. Julio Humala ist einer ihrer preisgekrönten Vertreter. Er kommt wieder als Solist nach Deutschland - ein Ereignis für ale Freunde Perus und authentischer südamerikanischer Musik. Julio César Humala Lema wurde am 4. Juli 1958 in Cora-Cora in der Provinz Ayacucho, Peru geboren. Dem Spiel der Konzertgitarre widmet er sich seit 18 Jahren. Seitdem hat er ein beachtliches Repertoire geschaffen: drei Soloproduktionen, unter anderem "Guitarreando" und "Yana Guitarra", vier LPs als Mitbegründer des Duos José Maria Arguedas: "Zorro de Arriba", "Encuentro de Zorros" sowie über zwanzig Produktionen mit verschiedenen peruanischen Sängern. 1986 erhielt Julio Humala den 1. Preis beim Ersten Autoren- und Komponistenfestival Perus. Inzwischen führten ihn Konzerttourneen nach Europa, Asien, Nord- und Südamerika und in die Karibik. Julio Humala hat sich besonders dem Studium und der Pflege der andinen Gitarre gewidmet, die sich im peruanischen Hochland aus einer Mischung spanischer und indianischer Elemente entwickelt hat. Die Echtheit und Plastik seiner Musik zeugen von tiefem Verständnis der peruanischen Geschichte und Kultur und stellen ihn in eine Reihe mit den führenden Gitarristen Latein-amerikas. Der "Nordbayerische Kurier" schrieb über den Peruaner: "Julio Humala ist mit der virtuosen Minimalistik des großen Instrumentalisten gesegnet. Der technischen Herausforderung der Gitarre begegnet er mit Ignoranz, und überhaupt scheint er sein Spiel kaum als akademischen Vortrag zu begreifen denn als Transportmittel seiner Poesie." Ob dem wirklich so ist, können Sie feststellen, wenn Sie am kommenden Freitag, dem 26. November, ins TIK im Haus der Kultur kommen. Karten und mehr Informationen unter Tel.: 03 85 / 56 24 01.red. Ausgabe: 47 1999 |
| Dreifach "entrümpelter" Tango |
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Das Sureste Tango Trio: Freitag im TiK. Nach dem großen Erfolg des Borges- und Tangoabends im Rahmen des Internationalen Tanztheaterfestivals im Haus der Kultur, der wieder einmal zeigte, daß der Tango in Schwerin viele alte und junge Freunde hat, stellt sich im TIK am kommenden Freitag um 20 Uhr eine weitere, hier noch unbekannte Tangoformation vor: Basierend auf der traditionellen Form des Tangos, wie er in den Hinterzimmern der Bordelle und Kaffeehäuser Argentiniens gespielt wurde und auf der Weiterentwicklung des Tango Nuevo des Altmeisters Astor Piazzolla, spielt das Trio einen neuen Tango, welcher "entrümpelter", moderner, reduzierter als die Vorläufer aus Südamerika daherkommt. Alle drei Musiker haben ihre musikalischen Wurzeln in der klassischen Musik, jeder bringt seine Beziehung entweder zum Jazz (Lech Wieleba, Kontrabaß), Klezmer (Witek Kornacki, Klarinette) oder dem Flamenco (Angel García Arnés, Gitarre) mit, und nun wenden sie sich mit einfühlsamer Musikalität dem Tango zu. Daß sie in so ungewöhnlicher Besetzung dieses erotische Musik spielen, ist eine in der aktuellen Tangoszene neue Qualität. Kartenbestellungen und -kauf sind möglich beim Ticketservice Behnke oder direkt im Haus der Kultur (Telefon: 0385 / 56 24 01). fr Ausgabe: 45 1999 |
| Tanz der Kulturen |
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Das 4. Internationale Tanztheaterfestival beweist jene kulturelle Vielfalt und Farbigkeit, die den Reiz der Stadt ausmacht. Schwerin (red). Daß die Landeshauptstadt auch wirklich eine ist, soll man zuvörderst ihrem kulturellen Leben ansehen und anspüren. Beste Dienste dazu leistet in diesem Herbst nun bereits zum vierten Mal das Freie Theater Studio im TiK mit einer an Höhepunkten reichen Neuauflage des Tanztheaterfestivals, zu dessen kunst-gerechter Durchführung man diesmal erstmals aus den heimischen Gefielden am Pfaffenteich in die Halle am Fernsehturm ausweichen mußte, - die ins Programm genommenen Aufführungen wären auf der zu kleinen Bühne des TiK nicht zu realisieren gewesen. Aber Theaterleiter Dr. Franklin Rodriguez Abad verspricht, das als eher unwirtlich bekannte Ambiente der realsozialistischen Halle für das Festival "entsprechend zu gestalten". Mehr auf Seite 19 Ausgabe: 42 1999 |
| 3. Internationale Pantomime-Festival |
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Vom 17. Juni bis 5. Juli findet das 3. Internationale Pantomimefestival im TiK statt. Motto diesmal: "Körper und Raum: die Magie der kleinen Bühne". Schwerin (red). Für das Festival, das wahrscheinlich zum letzten Mal im "Haus der Kultur(en)" (im Theater TiK also) stattfindet, wurden Künstlerinnen und Künstler aus sechs verschiedenen Nationen gewonnen. Den Auftakt am morgigen Donnerstag gibt Peter Mim aus Bulgarien mit seinem Programm "Comedy und Poesie". Peter Mim, jahrelang Bühnenpartner von Marcel Marceau, gilt als einer der wichtigsten Pantomimen der Gegenwart. Er tritt am Sonntag, dem 20. Juni, nochmals in Schwerin auf; zu erleben ist dann sein neues Programm "Nonstop Comedy". Am 18. und 19. Juni spielt die Pantomimin Susanne Leinweber aus derSchweiz zwei verschiedene Programme: Freitag "Ansichten, Einsichten, Aussichten", - pantomimische Kurzgeschichten über das menschliche Mit- und Gegeneinander; und Sonnabend "Satire aus dem Alltag", worin sie mit viel Humor den Streß einer modernen Gesellschaft und den Konsumzwang darstellt, der viele Zeitgenossen beherrscht. "Zeitgeist-er" ist eine pantomimisch-kabarettistische Darstellung der täglichen, meist vergeblichen Jagd nach Anerkennung und der Anpassung an immer schneller wechselnde Modetrends. Am Vormittag des gleichen Tages präsentiert Susanne Leinweber ihr Kinderprogramm "Die Abenteuer der Clownin Riri" für Kinder ab vier Jahre. In der zweiten Woche (Vorschau folgt) treten Vlado Kulisek, "Mime Crime" und Isidoro Fernandez (Spanien) auf. Karten sind zu bestellen unter der Rufnummer 0385 - 56 24 01, erhältlich beim Ticketservice Behnke oder an der Abendkasse. Ausgabe: 24 1999 |
| Festival der Sinne |
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Das Freie Theaterstudio im TIK veranstaltet vom 17.6. bis zum 3.7. sein drittes internationales Pantomimefestival. Schwerin (ac). Unter dem Motto "Köper und Raum- die Magie der kleinen Bühne" zeigen Pantomimekünstler aus sechs Nationen ihr Können drei Wochen lang im Haus der Kultur(en) in der Mecklenburgstraße. Die Künstler nutzen während des Festivals die Nähe zum Publikum, die durch die kleine Bühne im TIK gegeben ist. "Im Programm sind Veranstaltungen für alle Altersgruppen. Auc Schul- und Kindergartengruppen finden passende Veranstaltungen." sagte Dr. Franklin Rodriguez, küstlerischer Leiter des Freien Theaterstudios. Das Angebot reicht von tragischen über komischen Inszenierungen bis hin zur Clownerie. Viele der geladenen Künstler spielen erstmals in Schwerin. Das gesamte Festival stand bis vor wenigen Wochen noch in Frage, da wichtige Fördermittel erst sehr spät gezahlt wurden. " Wir fühlen uns durch eine falsche Kulturpolitik stark beeinträchtigt." führt Rodriguez aus. Auf dem Programm stehen u. a. namenhafte Künstler wie der Bulgare Peter Mim, der mit deinem Programm "Wer hat die Clownsnase gestohlen?" das Festival am 17.6. um 10.00 Uhr eröffnet. Im Vormittagsprogramm stehen vorwiegend Veranstaltungen für Kinder, die größtenteils zum Mitmachen auffordern. Die Abendvorstellungen (20.00 Uhr) sind für das ältere Publikum konzipiert. " Pantomime ist nicht nur eine Kunst für Inerlektuelle, sondern für jeden, der sich vom Geist der Inszenierung anstecken lassen will." sagt die langjährige Leiterin der Pnatomimengruppe im Freien Theaterstudio Dagmar Dark- Ringstorff. Aus diesem Grund sind alle Bürger aufgerufen, sich über das Festival zu informieren. Besonders auf die Teilnahme von Schulen und Kindergärten setzt die Veranstaltungsleitung. Informationen zum Programm erhält man im Haus der Kultur(en) unter Tel.: (0385) 562401. Karten sind unter o.g. Nummer und beim Ticketservice Behnke zum Preis vom 6 DM zu bekommen. Eine rechtzeitige Kartenvorbestellung wird empfohlen, da die Karten erfahrungsgemäß schnell vergriffen sind. Aucg Schulen und Kindergärten sollten sich beeilen, wenn sie eine Vorstellung besuchen wollen. Festival-Programm Geballtes Programm n 17.6. 99, 10.00 Uhr Kinderprogramm mit Peter Mim: "Wer hat die Clownsnase gestohlen?" n 18.6.99, 20.00 "Ansichten, Einsichten, Aussichten" mit Susanne Leinweber n 19.6.99, 20.00 Uhr "Zeitgeist- ER" mit Susanne Leinweber n 20.6.99, 20.00 Uhr "Nonstop Comedy" mit Peter Mim n 24.6.99, 10.00 Uhr Kinderprogramm mit Wlado Kulisek n 26.6.99, 20.00 Uhr "Sports" mit Mime Crime aus Berlin n 27.6.99, 20.00 Uhr "Zwischen Traum und Alptraum" von Isidoro Fernandez n 01.07.99, 20.00 Uhr . "Don Juan träumt" mit Jörg Lemke n 02.07.99, 10.00 Uhr Kinderprogramm mit dem Chinelo Theater n 03.07.99, 20.00 Uhr Abschlußveranstaltung "Alles Knete" mit Ralf Herzog Weitere Informationen zum Festivalprogramm sind im Haus der Kultur(en) , Zimmer 314, erhältlich. Ausgabe: 22 1999 |
| 3. Internationale Pantomime-Festival |
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Vom 17. Juni bis 5. Juli findet das 3. Internationale Pantomimefestival im TiK statt. Motto diesmal: "Körper und Raum: die Magie der kleinen Bühne". Schwerin (red). Für das Festival, das wahrscheinlich zum letzten Mal im "Haus der Kultur(en)" (im Theater TiK also) stattfindet, wurden Künstlerinnen und Künstler aus sechs verschiedenen Nationen gewonnen. Den Auftakt am morgigen Donnerstag gibt Peter Mim aus Bulgarien mit seinem Programm "Comedy und Poesie". Peter Mim, jahrelang Bühnenpartner von Marcel Marceau, gilt als einer der wichtigsten Pantomimen der Gegenwart. Er tritt am Sonntag, dem 20. Juni, nochmals in Schwerin auf; zu erleben ist dann sein neues Programm "Nonstop Comedy". Am 18. und 19. Juni spielt die Pantomimin Susanne Leinweber aus derSchweiz zwei verschiedene Programme: Freitag "Ansichten, Einsichten, Aussichten", - pantomimische Kurzgeschichten über das menschliche Mit- und Gegeneinander; und Sonnabend "Satire aus dem Alltag", worin sie mit viel Humor den Streß einer modernen Gesellschaft und den Konsumzwang darstellt, der viele Zeitgenossen beherrscht. "Zeitgeist-er" ist eine pantomimisch-kabarettistische Darstellung der täglichen, meist vergeblichen Jagd nach Anerkennung und der Anpassung an immer schneller wechselnde Modetrends. Am Vormittag des gleichen Tages präsentiert Susanne Leinweber ihr Kinderprogramm "Die Abenteuer der Clownin Riri" für Kinder ab vier Jahre. In der zweiten Woche (Vorschau folgt) treten Vlado Kulisek, "Mime Crime" und Isidoro Fernandez (Spanien) auf. Karten sind zu bestellen unter der Rufnummer 0385 - 56 24 01, erhältlich beim Ticketservice Behnke oder an der Abendkasse. Ausgabe: 24 1999 |
| Tanz zwischen Tradition und Moderne |
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In der kommenden Woche beginnt in Schwerin das nunmehr 4. Internationale Tanztheaterfestival '99, erstmals mit einem zusätzlichen Veranstaltungsort jenseits vom Haus der Kultur: in der Halle am Fernsehturm. Schwerin (red). Das Internationale Tanztheaterfestival Schwerin, veranstaltet vom kleinen, aber mittlerweile weit über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus bekannten Freien Theater Studios im TIK, erfreut sich einer stetig wachsenden Fangemeinde. Bietet dieses Festival doch eine alljährlich einmalige Gelegenheit, europäische wie internationale (insbesondere latainamerikanische) Tanzkultur zu erleben, ohne sich dabei auch nur einen Millimeter weit aus Schwerin fortbewegen zu müssen.- Die Welt kommt zu uns! In diesem Jahr steht das Festival unter dem Motto: "Tanz der Kulturen: Zwischen Tradition und Moderne". Und dies bezieht sich nicht nur auf die inhaltliche Gestaltung des Festivals, sondern auch auf dessen Austragungsorte: Erstmals wird der Großteil der Veranstaltungen nicht mehr - wie es bislang Tradition war - im Haus der Kulturen präsentiert, sondern in der Halle am Fernsehturm. - Kaum mag man sich in Schwerin einen ungeeigneteren Ort vorstellen als diesen, um latainamerikansche Rhythmen, experimentelles Theater oder Tänze aus dem europäischen Mittelalter zu präsentieren. Dr. Franklin Rodríguez Abad, künstlerischer Leiter des Tanztheaterfestivals: " Wir hatten keine andere Wahl: Die Deutsche Tanzkompanie beispielsweise tritt mit 15 Tänzern auf und benötigt eine einhundert Quadratmeter große Bühne. Die können wir weder im Haus der Kultur noch im Thalia bieten." Aber Rodríguez Abad ist zuversichtlich: "Die Halle am Fernsehturm wird natürlich entsprechend gestaltet. - Der Raum wird verkleinert , und es werden Sitzmöglichkeiten geschaffen, ähnlich wie bei Aida auf dem Alten Garten. Abgesehen davon glaube ich, daß wir ein so attraktives, vielfältiges und interessantes Programm bieten, daß die Freunde des Tanztheaters dafür auch in die Halle am Fernsehturm kommen. Und vielleicht finden damit ja auch einige Dreescher mehr den Weg zu unserem Festival..." Offiziell eröffnet wird das 4. Internationale Tanztheaterfestival am Donnerstag, dem 21. Oktober, um 20 Uhr in der Halle am Fernsehturm. Dann stehen die Gruppe "Bulubu" und das "Kontrast Tanzteatro" auf dem Programm. Bulubu heißt der Ort, von dem aus - nach einem südamerikanischen Kinderlied - ein Hexenmeister auszog, um alle Menschen zu verzaubern. Und Bulubu heißt auch die noch junge experimentelle Tanzkompanie, zu der sich vier Frauen aus vier verschiedenen Ländern, alle Absolventinnen der Folkwang-Schule in Essen, zusammenfanden, um durch Bewegung und Tanz Geschichten oder Märchen zu erzählen. Zur Eröffnung des Schweriner Festivals ist die Uraufführung von Bulubus erster eigener Choreographie zu erleben: "Even Wild Flowers." Der zweite Part dieses Eröffnungsabends wird vom deutsch-mexikanischen "Kontrast Tanzteatro" und seinen Stücken "Nierika" und "La Trenza" gestaltet. "Nierika" nennen die Schamanen eine Passage in unserem Verstand, welche ein Mysterium bleibt bis zu dem Moment, in dem wir sterben. In jenem Augenblick ziehen die Bilder unseres Lebens noch einmal als letzte Erinnerung an uns vorüber, auf der Reise zum Zustand von Vision und Tod. Inspiriert durch die hilflose Situation von Menschen, die an einer tödlichen Krankheit leiden, entstand für das Kontrast Tanzteatro daraus ein Stück Tanztheater. Im Kontrast dazu der darauffolgende Festivalabend: Trommeln und Rhythmen, Musik und Tanz - die "Elexiere des Lebens", wie es heit - versetzen die Halle am Fernseturm in karibischen Schwung. Die Latinoband "Cache" spielt hauptsächlich Salsa, präsentiert aber auch andere latainamerikanische Rythmen wie Rumba, Merengue, Mambo, Cha-Cha-Cha, Cumbia, Samba oder Bolero. Damit nicht genug: Die Tanzgruppe "Vacilon" zeigt Tänze aus einer Mischung von Opanie, Samba de Roda, Samba Reggae, Samba Enredo und Passo. "Charme, Fröhlichkeit und Sinnefreuede im Gepäck", will die Tanzgruppe dazu animieren, selbst zu tanzen, mitzutanzen... Ansonsten sollten sich die Festivalbesucher doch eher darauf beschränken, anderen beim Tanzen zuzusehen: Ob beim Flamencotanztheater (28.10.), beim Autritt der Japanerin Keiko Nakano (26.10.) oder auch bei den erstmals in das Festival integrierten Aufführungen des Mecklenburgischen Staatstheaters Schwerin; "Aschenputtel" (23.10. und 31.10.) und "KEEP GOING - TanzWERKstatt II" (22.10.). Karten für alle Veranstaltungen (über die wir auch in der kommenden Woche noch berichten werden), sind für jeweils 20 Mark beim Ticketservice Behnke am Markt und im Haus der Kultur (Tel. 0385 / 56 24 01) erhältlich. Ausgabe: 41 1999 |
| Impulsiver Ausdruck von Emotionen |
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Am 17.4. tritt die bekannte Flamencogruppe "Gota de Fuego" im Schweriner Freien Theater Studio im TIK auf. Schwerin (red). Sechs Musiker präsentieren in einem anderthalbstündigen Programm Flamencotanz- und Musik. Von traditionellen Choreographien bis hin zu modernen Arrangementsvermitteln zwei Tänzerinnen, zwei Gitarristen, ein Percussionist sowie ein Saxophonist einen Einblick in eine Kultur, deren Inhalt der impulsive Ausdruck von Emotionen in kraftvoller Schönheit ist. Flamenco ist eine Weltmusik, deren Ursprung im indischen Bundesstaat Rajastan liegt. Im Zuge der Vertreibung der dort beheimateten Zigeuner bewegte sich diese Kultur dann in der zweiten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts am Mittelmeerraum entlang und erreichte schließlich Spanien, wo sie sich mit der dortigen Volksmusik vermischte. Bereits zuvor war es zu erheblichen Einflüssen "von außen" gekommen, insbesondere durch maurische und jüdische Gesangs- und Tanzelemente; die rhythmische Vielfalt des Flamenco ist allerdings ebenso auf Einflüsse aus der südamerikanischen Musik zurückzuführen. Die Besetzung von "Gota de Fuego": - Die 1978 geborene Lea Fresenius, die seit 1987 unter anderem bei Brigitte Huhn, Dirnei Duarte und Mizuki Wildehahn. studiert hat. Workshops bei Javier Barón, Manolo Marin und Elva und Thomas Hickstein schlossen sich an. - Jana Armbrust (geb. 1976), die ihre Ausbildung in Hamburg im "Fandango" bei Brigitte Hahn genossen hat und später Unterricht an der Tanzschule Alicia Marces in Sevilla hatte.- Rüdiger Zietz (geb. 1969); der Gitarrist wurde bei Tomás Hickstein, Jan Hengmith und André Krikula ausgebildet. - Ralf Steinhauer (geb. 1958) ist nach einer Ausbildung an der Pentalon-Percussion-Schule in Wuppertal mit CD-Aufnahmen mit Hamburger Bands im Bereich Rock-, Pop-, Jazz- und Ethnomusik hervorgetreten. Er absolvierte wiederholt Studienaufenthalte in Ghana/Westafrika sowie in Havanna und in Santiago de Chile. Schwerin darf sich auf einen tollen Flamencoabend freuen. Ausgabe: 11 1999 |
| Fabelhaft, fabelhaft, fabelhaft |
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Die Kultursommerbroschüren '99 liegen vor und - soweit geduldet - auch aus, die ersten Events derweil schon hinter uns. Schwerin (is). Der beste Nährboden für große Kunst ist neben der Unterdrückung die Armut, so die These vieler, die von Kunst etwas zu verstehen meinen. Wohl (oder eher übel) dieser Hoffnung folgend, werden in Schwerin Jahr für Jahr die finanziellen Mittel für den landeshauptstädtischen Kultursommer zusammengestrichen, diesmal auf 100.000 Mark. So zumindest der letzte Stand. Unterdessen wird gemunkelt, daß man selbst davon noch ein Viertel und sich damit einen großen Teil der broschürlich bereits schwarz auf weiß angekündigten Veranstaltungen sparen will. Vorerst aber findet er - als eine Art Performance aus dem Hütchen der städtischen Kulturabteilung gezaubert - statt, der Kultursommer '99: Da steigen weiße Feen hinab zu den ewigen Silberkarpfengründen des Pfaffenteichs, da nimmt die Fontäne Gestalt oder vielmehr Gesicht an, entführen mystische Gestalten ihre Zuschauer in eine wundersame Fabelwelt, während im Innenhof des Domes "Jedermann" und im "Thalia" Ska gespielt wurde. Und das war erst der Auftakt! Schon einen Abend später lockte die Flieger-Rock-Band zum rockigen "Tanz in den Sommer" an den Pfaffenteich und das 2. Schweriner Oldtimerfest zum Marstall. Die Highlights in dieser Woche: das laufende Pantomimefestival im TiK (das gut beraten gewesen wäre, sich aus den stickigen Räumen eines baufälligen Hauses hinaus ebenfalls an den Pfaffenteich zu begeben), die heutige Eröffnung des Musiksommers im Mecklenburgischen Staatstheater, die Premiere von "Aida", selbstredend, und, ebenfalls am Donnerstag: die Eröffnung der Ausstellung "Matisse" im Schleswig-Holstein-Haus. Der Juli dann beschert den kulturinteressierten Schwerinern und Gästen eine Picasso-Ausstellung im Staatlichen Museum, eine Kurzfilmnacht im Kammerkino sowie Sommerfilmtage im Speicher-Innenhof, ein Straßentheaterfestival, ein Holzfest, ein Moorfest, ein Schloßfest und so viele andere kleine wie große Feste, daß man sie kaum aufzuzählen vermag. Es lohnt in jedem Fall, sich die kleine, schick gestaltete Broschüre "Schweriner Kultursommer 99" zu beschaffen (bei der Schwerin-Information, im Stadthaus oder bei Unser Schwerin - letzteres aufgrund der geringen Bestände allerdings nur für drei Interessierte) und ansonsten immer mal wieder einen Blick in den Veranstaltungskalender von US (Seite 4) zu werfen. Dort werden wir - speziell zum diesjährigen Kultursommer - demnächst auch ein Preisrätsel besonderer Art veröffentlichen... Ausgabe: 25 1999 |
| Mit einem Schuß Anarchie |
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Doktor Nolden's Heart Klaps Band zählt zu den bizarrsten Combos in Deutschlands Musikszene. Schwerin (TIK). Aus drei Stimmen und diversen Zupf-, Schlag-, Rappel-, Schrubb- und Quetsch-Instrumenten braut sich etwas zusammen: eine skurrile Mischung aus burlesken Liedern und preziösen Musikstücken unterschiedlichster Machart - witzig reduziert und ungewöhnlich instrumentiert. Poesie und Kalauer tanzen Arm in Arm, skrupellos verspielte Melodien duellieren sich mit rhythmischen Wortkaskaden. Bald poppig, dann ballesk, mal kitschig oder auch mal streng: Die bizarre Darbietung bringt Musikstile zum Stolpern und Pop-Traditionen zu Fall, bis das Zwerchfell aus dem Takt gerät. Da ist kein Thema zu banal, keine Neigung zu intim, um nicht in Doktor Nolden's Heart Klaps-Mühle zermahlen zu werden zu komischem Sang und Klang, zu musikalischen Aha-Effekten. Das groteske Trio mixt in seinem neuen Programm einen schillernden Cocktail aus kuriosen Liedern, krausen Songs und abgründigen Schlagern, gewürzt mit witzigen Wortscharmützeln und einem Schuß Anarchie - ein Musik-Genuß der besonderen Art mit garantiert antidepressiver Wirkung. Ausgabe: 40 1999 |
| Traum-Tänze |
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Die 3. Schweriner Tanztheaterwoche im TiK geht nach erfolgreichem Auftakt in die zweite Hälfte... Schwerin (red). Am heutigen Mittwoch (28.10.) gastiert um 20 Uhr im TiK das Rostocker Tanztheater "Jilling" mit den zwei Choreographien "Goes" und "Stück 48/19". Mit großer Poesie stellen sich die vier Frauen im immer wechselnden Formationen dem grauen Einerlei des Lebens entgegen. Am Donnerstag (29.10.) tritt um 20 Uhr gleichfalls im TiK "Tango Argentino" mit "Tango Gotan" auf. Tanz: Marie Paule Renaud (Frankreich), Bandoneon: Hugo Diaz (Uruguay) und Violoncello: Thilo Krigar (Deutschland). Die Virtuosen stellen in einem unterhaltsam moderierten Programm, das selbst spanischen Flamenco mit einschließt, die Querverbindungen des Tango zwischen Europa und Südamerika, zwischen Authentizität, Kunst und Unterhaltung her, bis deren Grenzen zerfließen. Am Freitag (30.10.) gastieren um 20 Uhr Havva & Bassiema und Ensemble Raqs Sharqi im Festsaal des Hauses der Kultur(en) mit ihrem Programm "Von Taschkent nach Kairo" (Traumtänze aus dem Orient). Havva & Bassiema verbinden traditionelle orientalische mit modernen westlichen Tanzstilen und erschaffen aus dieser Symbiose eine neue kreative Tanzform. Sie haben durch ihr hohes tänzerisches Niveau und die Vielfalt der dargebotenen Tanzstile neue Maßstäbe gesetzt. Einen besonderen Leckerbissen für das Auge stellen die Tänze aus Afghanistan, Usbekistan und Tadjikistan dar. Am Sonnabend (31.10.) ist um 20 Uhr im Neustädtischen Palais das Teatro Dos Tres (Brasilien, Portugal, Deutschland) aus Augsburg mit seinem Programm "Getanzte Gedichte über die Liebe" (zum hundertsten Geburtstag von Bertolt Brecht) zu erleben. Entstehen und Vergehen der Liebe in verschiedenen Stadien umspannt die Choreographie des Portugiesen Dimas Manuel Casinha. Die Rezitation von Brechts "Gedichten über die Liebe" steht am Anfang einer in expressiven Sequenzen getanzten Reihe zwischen Phantasie und Realität. Am Schluß-Tag, Sonntag (1.11.) findet um 16 Uhr im Festsaal des Hauses der Kultur(en) ein Konzert mit jiddisch-spanischer Musik mit Motti Deren statt, und um 20 Uhr präsentiert im TiK das Uro Teatr Koku (USA) sein Programm "Bound" mit Shinichi und Alenka Mullin Koka zu der Musik von Zam Johnson. Ausgabe: 44 1998 |
| Mit Ihnen rede ich nie wieder ein Wort! |
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Aus dem Tagebuch einer Redakteurin Es hätte so schön ausgesehen: Dr. Franklin Rodríguez, Leiter des Freien Theater Studios und WGS-Chef Günter Lemke in sonniger Umarmung vereint auf einem Foto:Symbol der restlosen Ausräumung aller Mißverständnisse in Sachen TiK. Doch es hat nicht sollen sein. "Sie nicht!", ruft Günter Lemke quer durch den Raum einer sich gerade präparierenden Fotografin zu, und es bleibt kein Zweifel: Er meint mich. "Sie bekommen kein Foto von mir, mit Ihnen rede ich überhaupt nie wieder ein Wort!" Macht er dann aber doch - läßt sich doch auf ein Warum? nur unzureichend mit Kopfschütteln oder -nicken antworten. - "Weil Sie immer nur auf uns eindreschen, gibt's denn bei den anderen nichts zu meckern? Jetzt wieder mit den Gemeinschaftsantennen, das stimmt so gar nicht, was Sie da geschrieben haben..." "Stimmt schon, außerdem habe das gar nicht ich geschrieben..." "Ist mir doch scheißegal!", beendet darauf der Geschäftsführer des größten städtischen Unternehmens souverän den Dialog und gibt der Hoffnung Raum, daß dies wirklich sein letztes Wort (für mich) ist. Welch ein Verlust! is Ausgabe: 28 1998 |
| Die Herzen treffen |
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Das Freie Theaterstudio im TiK präsentiert das "2. Pantomimefestival '98" vom 17. bis 27. April "Körperklänge - Klangkörper" heißt das Programm des Pantomimen JOMI (Josef Michael Kreutzer) und des Konzertgitarristen Héctor Zamora. In einer seltenen Kombinationen gestalten die beiden Künstler eine szenische Programmfolge mit religiösen, kritischen, lyrischen und lebensbejahenden Inhalten. Pantomime und Musik werden sich abwechseln - das Auge des Besuchers soll ebenso gefordert werden wie das Ohr. So, wie JOMI durch die Sensibilität der wortlosen, stillen Kunst nur mit der Sprache seines Körpers die Herzen der Zuschauer zu treffen vermag, so läßt Héctor Zamora seine Gitarre zum Instrument werden, das den Zuhörer ergreift und mitnimmt in diese andere Welt der Musik, die er genau in diesem Moment zu verstehen imstande ist. Héctor Zamora stammt aus Mexiko-Stadt, wo er an der Musikhochschule studierte. JOMI lernte seine Kunst in Paris bei dem berühmten Pantomimen Marcel Marceau. Ausgabe: 16 1998 |
| Der Koffer und die Frau im Mond |
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Die Pantomiminnen Dagmar Dark und Kristina Busch spielen beim Festival im TiK auch für die jüngsten Zuschauer. Schwerin (red). Das "2. Pantomimefestival '98" ist in vollem Gange und hält auch in dieser und der nächsten Woche einige Highlights bereit. Dagmar Dark spielt heute und morgen jeweils um 10.00 Uhr für Kinder von etwa 6 bis 14 Jahren. In ihrem Programm "So tun als ob..." baut sie besonders auf den Spaß und die Eigenaktivität der Kinder, packt aber auch ernstere Themen an, wie Gewalt und Zerstörung der Natur. Die Dresdenerin Kristina Busch tritt am Donnerstag um 20.00 Uhr auf mit "Die Frau im Mond, der Pappkoffer und das Lachen eines anderen im Wind". Sie wird begleitet von der Sängerin Saskia Köhler. Aber auch Kristina Busch spielt für Kinder - am Freitag um 10.00 Uhr erzählt sie "Pimpinellas Koffergeschichten". Dabei bindet sie die Kinder mit ein und zeigt ein paar Zauberkunststückchen. Ausgabe: 17 1998 |
| Wenn ein Höllenkandidat in den Himmel marschiert... |
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"Die Rostocker Heiden" und die Potsdamer "Schwarze Grütze" sind während der 2. Kampagne-Woche zu sehen. Schwerin (red). Am Freitag um 20 Uhr gastiert das Jugendkabarett "Die Rostocker Heiden" im TIK. Die fünf Schüler bringen zum größten Teil eigene Texte auf die Bühne. Ihr derzeitiges Programm "Tod macht erfinderisch" besteht aus einer Rahmenhandlung und rund zwanzig Einzelszenen. Der Tod hat sich mit so viel sündigen Seelen abzuplagen, daß er einen Höllenplatz streichen muß. Einer der fünf auf die Erde Zurückgeschickten soll sich als "gut" bewähren und zum Engel aufsteigen. Die Themen der Bewährungsszenen reichen vom "Ghetto" Lichtenhagen über Bundeswehrmusterungen bis zu Marslandung und Survivaltraining. In phantasievollen Kostümen versuchen die jugendlichen Darsteller den Zuschauer in unterschiedlichste Lebenssituationen zu entführen. Sie setzen dabei auf politische Satire und Humor statt auf Comedy. Sphärische Klänge unterstützen zum Teil die entsprechende Atmosphäre. Musikalische Einlagen mit Gitarre und Orgel runden das Programm ab. "Makabre Gesänge" präsentiert am Sonnabend und Sonntag das Potsdamer Kabarett-Duo "Schwar-ze Grütze"- gesungener Humor der feinen englischen Art. Die CD "Eintagsfliege" von Dirk Pursche und Stefan Klucke war auf der Leipziger Lachmesse mit Begeisterung aufgenommen worden. Nun gibt es ein neues (mak)aberwitziges Programm, unter anderem mit Geschichten vom häßlichsten Menschen der Welt, einem Chanson vom Heiratsschwindler und mit dem Pantoffelrevolutionärsmarsch. Die beiden Schauspieler und Multiinstrumentalisten agieren im Laufe des Abends mit circa zehn Instrumenten. Karten für die Veranstaltungen sind direkt beim Freien Theater Studio im Haus der Kultur oder bei der Schwerin-Information erhältlich. Vorbestellungen sind unter der Telefonnummer 0385/562401 möglich. Ausgabe: 25 1998 |
| Lieber Herr Rodriguez, |
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Antwort auf die Antwort der Antwort zu einem Leserbrief Ihr Brief hat mir - quantitativ! - schon einigen Kopfschmerz bereitet. Habe mich trotzdem zur Veröffentlichung (wenn auch in gekürzter Form!!!) entschieden und Ihnen damit den Einzug in unser hauseigenes Guinness-Buch ermöglicht: Ein so langer Beitrag ist in US noch nie erschienen. Geantwortet hatte ich auf Ihren ersten Brief, da Sie mich darin persönlich ansprachen. Wie übrigens auch diesmal, aber in diesem Fall verzichte ich aus Platzgründen (nur aus diesen!) auf eine Antwort. Vielleicht sollten wir mal bei einer Tasse Kaffee darüber reden?is Ausgabe: 50 1998 |
| Lemke: Keine Gefahr für TIK |
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In der vergangenen Ausgabe berichtete US über die Zukunftsängste des Freien Theater-Studios im TiK; WGS-Chef gibt nunmehr Entwarnung: Schwerin (is). "Alles ein Mißverständnis", so WGS-Chef Günter Lemke gegenüber US zur Frage nach dem Verbleib des Freien Theater Studios im TiK. "Erstmals nach Ihrem Artikel habe ich überhaupt mit Herrn Rodriguez gesprochen. Noch gehört das Haus der Kultur der WGS ja gar nicht, sondern wird von de SWG verwaltet. Sollte das Gebäude in WGS-Besitz übergehen, werden wir es auf jeden Fall behalten und selbstverständlich auch weiterhin dem Theater-Studio hier eine Heimstatt bieten. Schließlich", so Lemke weiter, "hat das Haus eine Tradition, die es zu wahren gilt. Hier sollen nicht irgendwelche Banken Einzug halten, dies soll auch in Zukunft ein öffentliches Haus bleiben, in dem sich Menschen begegnen." Ausgabe: 08 1998 |
| "TiK überhaupt nicht in Gefahr" |
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WGS und Freie Theaterleute einig: TiK bleibt auf jeden Fall im "Haus der Kultur", ein Mehr an Kultur darüber hinaus hängt von der Wirtschaftlichkeit ab... Schwerin (is). Nach sehr öffentlich ausgetragenem Disput darüber, ob das Haus der Kultur nun als solches bestehen bleiben oder vielmehr zum Bürohaus umfunktioniert werden solle, setzten sich die Kontrahenten in der vergangenen zusammen und stellten fest: Alles nur ein Mißverständnis - eigentlich wollten doch alle irgendwie das Gleiche. WGS-Chef Günter Lemke: "Das Haus der Kultur in der Mecklenburgstraße 2 bleibt eine Begegnungsstätte für alle Schweriner." Vorrang behalte auch nach seinen Vorstellungen die Kultur, wobei der wirtschaftliche Aspekt nicht unberücksichtigt bleiben könne. Schließlich", so Lemke, haben wir das Haus für 4,5 Millionen gekauft und müssen in die Sanierung nochmals Mittel in zweistelliger Millionenhöhe investieren." Sicher aber könne man sein, daß das TiK in jedem Falle integriert bleibe. Dr. Franklin Rodriguez, Leiter des Freien Theater Studios, bewertete die stattgefundenen Gespräche ebenfalls als "konstruktiv", will aber weiterhin die Öffentlichkeit dafür gewinnen, sein Projekt eines "weltoffenen Hauses der Kulturen" zu unterstützen: "Wir setzen daher unsere Unterschriftensammlung fort und laden am 11. Juli ab 15 Uhr zu einer entsprechenden Benefizveranstaltung vor dem Haus der Kultur ein." Ausgabe: 28 1998 |
| Haus der Kultur bald Bürogebäude? |
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Ein Konzept jagt das andere: Erst soll das TiK im Dachgeschoß bleiben, und dann womöglich dahin, wo der Pfeffer wächst...? Schwerin (is). Schon einmal fürchtete Dr. Franklin Rodríguez, Leiter des Freien Theater Studios in Schwerin, um den Erhalt seiner Einrichtung. Im März hatte US von den Unsicherheiten berichtet, die sich mit dem Besitzwechsel des Hauses der Kultur für die Theaterleute ergeben hatten. Seinerzeit war der US-Artikel Anlaß zu Gesprächen zwischen der WGS und dem Freien Theater Studio. WGS-Geschäftsführer Günter Lemke hatte versichert: "Das TiK verbleibt auf jeden Fall im Haus." Auf der Grundlage der von Rodríguez unterbreiteten Vorschläge für die künftige Nutzung des Hauses der Kultur wurde von der WGS schließlich ein Berliner Architekturbüro beauftragt, ein entsprechendes Nutzungskonzept zu erarbeiten. Dieses Konzept wurde ebenfalls noch im März erarbeitet und seitens der WGS auch Franklín Rodriguez zur Kenntnis gegeben. Rodriguez: "Ich war glücklich. Man war meinen Intentionen gefolgt, im künftigen Haus der Kulturen sowohl europäische als auch außereuropäische Kulturen zu präsentieren - und zwar nicht nur im TiK, sondern ebenso durch die Integration von Sprachschulen, von Cafés und Restaurants mit internationalen Spezialitäten...". Das vorgelegte Nutzungskonzept berücksichtigte wunschgemäß auch den Verbleib des TiK€s im Dachgeschoß und die Schaffung von drei Tanzsälen, Bar und Saunabereich im Hofgebäude (ehemaliges Teppichgeschäft). Rodríguez€ Freude währte nicht lange: Unlängst erfuhr er "hintenrum" von der Existenz eines zweiten Konzeptes. Dieses, ebenfalls von der WGS in Auftrag gegebene und von dem Berliner Architektenbüro erarbeitete, vom Mai 1998 datierte Konzept sieht so aus: Erdgeschoß Restaurant, Küche und:WGS-Kundendienstzentrum, 1. Obergeschoß: Festsaal, Büroflächen für die WGS..., 2. Obergeschoß: immobilienbezogen Büronutzung, z.B. Bausparkasse, Versicherungen..., Dachgeschoß: Büronutzung, z.B. NWU. Das TiK wird in das Hofgebäude verfrachtet. Rodríguez: "Ich habe das Gefühl, man will uns zum Narren halten. Vielleicht wurde das erste Konzept nur erstellt, um uns zu beruhigen, während man in aller Ruhe das Haus in ein WGS-Verwaltungsgebäude verwandelt. Zwischenzeitlich hat man ja bereits mit Messungen und Bohrungen begonnen." "Alles Unsinn", befindet Günter Lemke, "Ich verstehe die ganze Panikmache überhaupt nicht. Was gegenwärtig läuft, sind bautechnische Voruntersuchungen. Erst wenn die abgeschlossen sind, können wir über eine konkrete Nutzung nachdenken." Die bisher erarbeiteten Konzepte seien allesamt "nur Ideen". Natürlich müsse man auch den Kostenfaktor dabei berücksichtigen, und "wenn es letztendlich billiger wird, auf dem Hof eine neue Spielstätte für das TiK zu bauen, muß man auch das erwägen." Davon, daß man das TiK über Umwege ganz aus dem Haus der Kultur herauskatapultieren wolle, könne überhaupt keine Rede sein. Lemke: "Die WGS hat sich dazu bekannt, das TiK im Hause zu belassen, und dazu stehen wir auch." Rodríguez bleibt mißtrauisch. Er wollte in der vergangenen Woche wissen, wie Oberbürgermeister Johannes Kwaschik in seiner Funktion als WGS-Aufsichtsratsvorsitzender zu der Sache steht. Fehlanzeige: Kwaschik waren die Nutzungskonzepte oder auch "nur Ideen" bis dato gar nicht bekannt. In dieser Woche nun soll es ein klärendes Gespräch geben zwischen Kwaschik, Lemke und Rodríguez. Ausgabe: 26 1998 |
| Überhöhung, Fragmentierung und Dekontextualisierung... |
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Antwort auf die Antwort zu einem Leserbrief Sehr geehrte Frau Schwaß, in Ihrer Antwort auf meinen "Leserbrief" ist deutlich zu merken, daß Sie keine Kritik vertragen können. Diese Form, mit Kritik umzugehen, ist ein falscher Ansatz, um einen "Einstieg" in eine öffentliche Diskussion über die Kultur in Schwerin zu finden- für die Sie plädieren. Alles klingt so phantastisch und großzügig bei Ihnen, da komme ich unwillkürlich wieder auf das Rosarot vergangener Zeiten, daß Sie perfekt bedienen, auch wenn Sie ein direktes "Erbe" - das ich im engeren Sinne des Wortes nicht unterstellen wollte, von sich weisen. Wenn etwas im Grunde so wunderschön läuft, brauchen Sie nicht auf der Grundlage meines Briefes eine offene Diskussion über die Kultur in Schwerin zu veranlassen. Besser wäre es gewesen, daß die interessierten Leser sich zu meinem Schreiben zunächst selbst äußern. Ich bekenne, daß ich Schwierigkeiten hatte, eine passende Herangehensweise an Ihren Antwortbrief zu finden. Das hat vielfältige Gründe: Nicht nur, daß elementare Regeln der Logik verletzt worden sind, um zu falschen Schlußfolgerungen und Halbwahrheiten zu gelangen, sondern auch, weil soviele Ereignisse und Tatsachen ohne jeden Hintergrund sehr oberflächlich behandelt werden, so daß eine sinnvolle Gegendarstellung sehr viel Papier und Zeit brauchen würde, um für bisher Uninformierte nachvollziehbar zu sein. Das hat schon etwas mit journalistischer Ehtik zu tun. Ich ziehe es vor, es im weiteren der Aufmerksamkeit des intelligenten Lesers zu überlassen herauszufinden, wo und wie Sie im einzelnen meinen Beschwerdebrief manipulieren, um meine Vorwürfe zunichte zu machen, um mich als "Undankbaren" und "Diffamierer" etc. hinzustellen. Ich halte diese Seite Ihrer Zeitung für ein lehrreiches Beispiel für eine offene Manipulation der Information und werde es als solches bewahren. Eindrucksvoll nachzulesen, mit welcher Selbstverständlichkeit Sie sich der bekannten Techniken wie der Überhöhung (Übertreibung in der Wortauswahl), der Fragmentierung (Zerstückelung), Verdrehung und Dekontextualisierung (Aus-dem-Zusammenhang-reißen) der Information bedienen. Durch die oberflächliche Behandlung vieler Themen und die Schaffung künstlicher Zusammenhänge gelingt es immer wieder, von der eigentlichen Problematik abzulenken. Ein Aspekt, den ich zwar aus wettbewerbsrechtlichen Gründen verstehe, aber trotzdem peinlich finde: Sie als Interessenvertreter der SVZ zu erleben. In Ihren Augen und in denen einiger Leute, die sich nicht sehr für Kultur interessieren, oder für diejenigen, die Ausländer von der Stadt am liebsten verjagen wollen, mag ja mehr als genug vom TIK in der Lokalpresse erscheinen. Aber für Kulturinteressierte, Touristen oder die Künstler, die Woche für Woche nach einer längeren Reise von verschiedenen Orten der Bundesrepublik oder sogar aus dem Ausland zu Auftritten im TIK nach Schwerin kommen, ist es fast nichts. Ich habe alles gesammelt, was in all den Jahren an Presseinformation erschienen ist, und gemessen an der Quantität und Qualität unserer Veranstaltungen, ist es wirklich dürftig. Fast jede Woche bringen wir neue, interessante, vielfältige Inszenierungen nach Schwerin, die eine besondere Bekanntmachung unbedingt brauchen würden. Dafür besorgen wir regelmäßig ausreichendes Material, das oftmals in den Papierkorb gelangt. Ich akzeptiere durchaus, daß US als Wochenzeitung nicht soviel Platz hat wie eine Tageszeitung. Deswegen war meine Kritik ja auch nicht in erster Linie an Sie gerichtet, sondern an die Heilige Kuh SVZ, die Sie so vehement verteidigen. Vor allem bei internationalen Festivals ist es in der ganzen demokratischen Welt normal, daß Presse Redakteure in die Veranstaltungen schickt und in den nächsten Tagen Rezensionen oder Interviews mit den Künstlern erscheinen, so daß wirklich eine lebendige Begegnung widergespiegelt und gefördert wird. Obwohl es als einziger fester Mitarbeiter des Freien Theater Studios im TIK nicht meine Hauptaufgabe ist, möglichst viele Veranstaltungen zu organisieren, veranstalten wir drei große Festivals im Jahr, sogar mit großem Erfolg trotz der oft schlappen Presse-Informationen. Das Internationale Pantomimefestival ist eines der großen Ereignisse des Jahres in der Stadt, denke ich, genau wie unser Theatersommer im TIK mit politischem Kabarett oder die Internationale Tanztheaterwoche. Sie selbst haben Veranstaltungen bei uns erlebt, warum schreiben Sie nicht mit ähnlicher Vehemenz wie Ihren Antworfbrief Ihren positiven oder negativen Eindruck über das, was Sie gesehen haben, nieder. Wir sind wirklich nicht erzürnt, wenn eine Kritik tatsächlich kritisiert, anstatt nur des Lobes voll zu sein. Beschäftigung mit Kunst lebt von der Auseinandersetzung. Im Grunde sollte Presse Vorreiter sein, das Publikum nicht nur über Veranstaltungen informieren, sondern auch die Kunstrezeption inklusive des kritischen Blicks fördern, über neue Entwicklungen und Tendenzen berichten oder auch über die Beziehung der in der Kunst dargestellten Inhalte unserem täglichen Leben polemisieren. Sie sagen, ich diffamiere die SVZ mit meinen Behauptungen. Bestimmt nicht. Was ich in meinem Leserbrief dargestellt habe, habe ich den Redakteuren der SVZ in der Vergangenheit schon des öfteren gesagt. Erst vor kurzem schickte ich im Zusammenhang mit der dürftigen Berichterstattung zum Internationalen Tanztheaterfestival eine ausführliche Mail, auf die nicht reagiert wurde. Auch bei der seinerzeit wirklich diffamierenden Berichterstattung im Zusammenhang über die "Razzia im Ausländerheim", in der beiläufig sämtlichen Dreeschern das nette Wort "Ausländerghetto" als angeblich übliche Bezeichnung für ihr Wohnviertel in den Mund gelegt wurde, haben wir uns zu Wort gemeldet und solche spektakulären Wortspielereien als gefährlich bezeichnet. Selbst Zuschriften voller ultrarechtem Gedankengut wurden damals veröffentlicht. Ein anderer Aspekt, den ich kritisieren muß, ist die Unverantwortlichkeit, wie mit Informationen über Datum/Uhrzeit, Aufführungsorte und Titel von Veranstaltungen umgegangen wird. Unzählige Male kommt es zu schwerwiegenden Fehlern, Auslassungen oder Verwechslungen. Das kann ich bei Bedarf gern beweisen, und andere Einrichtungen oder Veranstalter Schwerins können solche Erfahrungen wahrscheinlich bestätigen. Es mag harmlos erscheinen, aber denken Sie einmal an unsere Zuschauer, die oft aus 60 oder 80 km Entfernung zu einer Veranstaltung kommen, die den Tag zuvor stattgefunden hat oder an Leute, die nach -zig Jahren mal wieder ins Theater gehen, weil sie sich von einem ganz bestimmten Angebot angezogen fühlten, und dann kommt eine andere Veranstaltung als in der Presse angekündigt. Mit anderen Worten, Frau Schwaß, es gibt keine Diffamierung gegen die SVZ, sondern einen langen Prozeß voller kleiner und großer Ärgernisse. Aber schauen wir weiter in Ihren Antwortbrief: Als Beweis für meine "Undankbarkeit" mit der SVZ, die so viel Öffentlichkeit des TIK's geleistet hat, erwähnen Sie die Unterstützung, die ich für die Verteidigung des Hauses der Kulturen bekommen habe. Ich muß Ihnen sagen, daß Ihre Zeitung die erste war, die die brisante Situation des Hauses der Kultur an die Öffentlichkeit gebracht hat. Dafür bin ich Ihnen wirklich sehr dankbar. Was Sie nicht wissen: Bevor ich mit diesen Informationen zu Ihnen kam, hatte ich mehrere Wochen vergeblich um eine Veröffentlichung in der SVZ gewartet. Dankbarkeit jedoch gebührt neben Ihnen Frau Hamm vom Schweriner Express, die trotz der Verbindung ihrer Zeitung zur SVZ die Courage gehabt hat, sachlich, angemessen und ganz unspektakulär die wesentlichen Informationen zu veröffentlichen. Im übrigen habe ich nicht den Eindruck, daß die SVZ großzügig über das Haus der Kultur und die Idee vom Haus der Kulturen informiert hat. Ich habe alles gesammelt, und da merkt man, daß keine große Sympathie für das Projekt zugrunde liegt. Sie waren fast gezwungen, etwas dazu zu schreiben. Eine Sympathie, die ich überall in der Stadt seitens der Bevölkerung erlebt habe, und wenn ich bedenke, daß ich aus Lateinamerika komme, also ein Ausländer bin, finde ich das großartig. Obwohl die Bevölkerung nicht genug über unser Projekt informiert war, gab es eine massive Unterstützung. Dieses Haus ist eben ein Teil des Lebens dieser Stadt, und ich hoffe, daß wir eines Tages mit Hilfe vieler engagierter Bürger wirklich ein richtiges Haus der Kulturen errichten werden, das Schwerin als weltoffene Stadt präsentiert. Das wird unser Beitrag sein, damit Vorurteile, Ausländerhaß oder einfach Fremdheit nur Geschichte werden. Selbst wenn viel in den Medien über dieses Projekt geschrieben würde, sollte man das nicht als einen persönlichen Gefallen für Franklin Rodríguez betrachten, sondern als Dienst an der Bevölkerung Mecklenburgs, die von dieser Kulturstätte profitieren wird. Es ist nur schade, daß die Zeitungen nicht weiter über den Stand der Dinge informieren. Viele unserer Presseinformationen sind nirgendwo erschienen. Ich muß immer wieder den Leuten erklären, was daraus geworden ist. Das Interesse ist da. Was oder wer verhindert, daß diese wichtigen Informationen an die Öffentlichkeit gelangen, ist ein Rätsel. Erinnern wir uns, was die Presse nicht alles geschrieben hat, als es um die Farbgestaltung des Innenministeriums ging. Verständlich, daß die Schweriner das bewegt, aber es ist eine reine Äußerlichkeit verglichen mit der Schaffung des künftigen Hauses der Kulturen, das meiner Meinung nach eine übergreifende Rolle für die Zukunft und Erneuerung des geistigen Lebens der Stadt und warum nicht auch eine positive Rolle in der Wirtschaft spielen kann. Ich glaube, daß Sie den Sinn von meinem Brief mißverstanden haben: Mir ging es darum, meine Unzufriedenheit mit der Ausgrenzung seitens der lokalen Presse auszudrücken und an die Funktion der Presse in einer demokratischen Gesellschaft zu erinnern. Ich bedaure nur, daß dieser Brief, der im Grunde an die Tagespresse gerichtet ist, den Umwegt über Ihre Zeitung nehmen mußte, um an die Öffentlichkeit zu gelangen. Aber das war leider die einzige Form, da mein Leserbrief in der SVZ nicht veröffentlicht wurde. Ich könnte viele weitere Fakten nennen, um Ihren Adjektiven über mich zu widersprechen. Aber ich glaube, es ist hiermit genug. Bezüglich der nächsten Zeit möchte ich Ihnen folgendes sagen: Ab Januar sehe ich mich gezwungen, für die nächsten 4 Monate die öffentlichen Veranstaltungen im TIK einzustellen. Erstens können wir wohl auch in absehbarer Zeit nicht mit der Lokalpresse rechnen und werden daher gangbare Alternativen suchen, um trotzdem die Öffentlichkeit zu informieren. Vielleicht werden wir dem Beispiel mehrerer Einrichtungen folgen, ein eigenes Blatt zu veröffentlichen. Spannend wäre auch die alternative Herausgabe sämtlicher relevanter Kulturinformationen in Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen. Solche oder auch potentielle Zuschauer, die künftig persönlich über die Veranstaltungen des Freien Theater Studios informiert werden wollen, können sich unter der Telefonnummer 56 24 01 an uns wenden.Dr. Franklin Rodríguez Künstlerischer Leiter des Freien Theater Studios im TIK Ausgabe: 50 1998 |
| Traum-Tänze |
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Die 3. Schweriner Tanztheaterwoche im TiK geht nach erfolgreichem Auftakt in die zweite Hälfte... Schwerin (red). Am heutigen Mittwoch (28.10.) gastiert um 20 Uhr im TiK das Rostocker Tanztheater "Jilling" mit den zwei Choreographien "Goes" und "Stück 48/19". Mit großer Poesie stellen sich die vier Frauen im immer wechselnden Formationen dem grauen Einerlei des Lebens entgegen. Am Donnerstag (29.10.) tritt um 20 Uhr gleichfalls im TiK "Tango Argentino" mit "Tango Gotan" auf. Tanz: Marie Paule Renaud (Frankreich), Bandoneon: Hugo Diaz (Uruguay) und Violoncello: Thilo Krigar (Deutschland). Die Virtuosen stellen in einem unterhaltsam moderierten Programm, das selbst spanischen Flamenco mit einschließt, die Querverbindungen des Tango zwischen Europa und Südamerika, zwischen Authentizität, Kunst und Unterhaltung her, bis deren Grenzen zerfließen. Am Freitag (30.10.) gastieren um 20 Uhr Havva & Bassiema und Ensemble Raqs Sharqi im Festsaal des Hauses der Kultur(en) mit ihrem Programm "Von Taschkent nach Kairo" (Traumtänze aus dem Orient). Havva & Bassiema verbinden traditionelle orientalische mit modernen westlichen Tanzstilen und erschaffen aus dieser Symbiose eine neue kreative Tanzform. Sie haben durch ihr hohes tänzerisches Niveau und die Vielfalt der dargebotenen Tanzstile neue Maßstäbe gesetzt. Einen besonderen Leckerbissen für das Auge stellen die Tänze aus Afghanistan, Usbekistan und Tadjikistan dar. Am Sonnabend (31.10.) ist um 20 Uhr im Neustädtischen Palais das Teatro Dos Tres (Brasilien, Portugal, Deutschland) aus Augsburg mit seinem Programm "Getanzte Gedichte über die Liebe" (zum hundertsten Geburtstag von Bertolt Brecht) zu erleben. Entstehen und Vergehen der Liebe in verschiedenen Stadien umspannt die Choreographie des Portugiesen Dimas Manuel Casinha. Die Rezitation von Brechts "Gedichten über die Liebe" steht am Anfang einer in expressiven Sequenzen getanzten Reihe zwischen Phantasie und Realität. Am Schluß-Tag, Sonntag (1.11.) findet um 16 Uhr im Festsaal des Hauses der Kultur(en) ein Konzert mit jiddisch-spanischer Musik mit Motti Deren statt, und um 20 Uhr präsentiert im TiK das Uro Teatr Koku (USA) sein Programm "Bound" mit Shinichi und Alenka Mullin Koka zu der Musik von Zam Johnson. Ausgabe: 44 1998 |
| Seminar für Schauspielkunst |
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Kurse im TiK Schwerin (red). Das neue Seminar für Schauspielkunst des Freien Theater Studios beginnt am 5. Oktober um 18 Uhr im Haus der Kultur. Dr. Franklin Rodríguez, künstlerischer Leiter des TiK und Seminarleiter, erwartet interessierte Leute, die Lust und Ehrgeit haben, eine Einführung in die Schaupielkunst mitzuerleben und mitzugestalten. Am 15. September um 18 Uhr beginnt unter Leitung von Dagmar Dark der neue Pantomimekurs. Mitmachen können jugendliche wie auch erwachsene Anfänger und Fortgeschrittene. Auch ein Workshop für Afroamerikanische Tänze und Paar-Tanz findet unter der Leitung von Lira Mosquera (Quito/Hamburg) demnächst wieder im TiK statt. Hier werden Bewegungen afrocubanischen und brasilianischen Ursprungs erlernt sowie Grundschritte des Merengue und des Sala einstudiert. Genaue Termine nach Absprache mit den Teilnehmern. Ein regelmäßiger Tanztheaterkurs für Anfänger findet ab 17. September immer donnerstags im TiK statt. Der Kurs geht über fünf Monate und wird von der Tänzerin Andrea Daniel geleitet. Anmeldungen für alle Kurse unter Telefon: 0385 / 56 24 01. Ausgabe: 34 1998 |
| Abschluß der Kabarettkampagne |
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Die Kabarett-Kampagne im TiK neigt sich in dieser Woche dem Ende zu - mit zwei echten Höhepunkten. Schwerin (red). Die "Kampagne" im TiK geht weiter. Von Donnerstag bis Sonnabend geben sich vier Damen und ein Herr im Haus der Kultur die Ehre. Franz-Rudolf Juffing alias Peter Rumpel widmet sich skurrilen Themen wie "Der grüne Punkt im gelben Sack" und "Frauen verwirklichen sich selbst, ohne andere zu belästigen". Rumpel unterhielt vor seiner Kabarettisten-Laufbahn die Leute von der Kanzel. - Er ist von Hause aus Theologe und als solcher lange Zeit als Pfarrer tätig gewesen. Im Laufe der Zeit brachte er es bis zum, Moderator, Schauspieler und 5fachen Vater. Die Figur Franz-Rudolf Juffing tauchte erstmals im Mönchengladbacher "Lokalradio 90,1" auf. Schon seinerzeit provozierte er die Zuhörerschar durch seine unkonventionelle Ausführungen zu "hochbrisanten" innerdeutschen Themen. Er schickte seine Meinungen zum "Mob Deutschland", zu "Kirchen durch Nervengift verseucht" über den "ther und entwickelte das "Tötungs-ABC für Frauen bei der Bundeswehr", das für einige Irritationen sorgte. Mit seinem aktuellen Programm "Sagen Se nix - ich kommO drauf" will er das Schweriner Publikum am Donnerstag um 20 Uhr im TiK begeistern. Der Abschluß der diesjährigen Kabarett-Kampagne ist am Freitag und Sonnabend jeweils ab 20 Uhr reiner "Weiberkram". - Keine Angst, die vier Schauspielerinnen aus Cottbus spielen ihr Programm auch für Herren. Schließlich bezeichnen sie es selbst als "männertauglich" oder auch "männergetestet". Die Texte der Kabarettistinnen stammen unter anderem von Peter Ensikat und dem Meister des Schwarzen Humors Georg Kreisler. Andere trug "Weiberkram"-Leiterin Regine Lehmann-Lauenburg höchstpersönlich bei. Die vier Damen stehen seit 1996 unter dem Namen "Weiberkram" gemeinsam auf der Bühne. Von Alimenten über Kaufrausch bis hin zu Politessen und ...kologie lassen die Cottbusserinnen kein wichtiges Thema ungeschoren - also nichts frauen- oder ökospezifisches. Ausgabe: 33 1998 |
| Makler als Comicfigur...? |
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Benito Gutmacher am 18. und 19. September mit "Business-Business" im TiK! Am kommenden Freitag und Samstag jeweils um 20 Uhr gibt es ein Wiedersehen mit Benito Gutmacher. Schon während der Internationalen Schweriner Tanztheaterwoche im vergangenen Jahr begeisterte Benito Gutmacher mit seinem ungewöhnlichen Bewegungstheater "Der Schrei des Körpers" sein Publikum. In "Business-Business" zieht Gutmacher alle Register seiner überzeugenden Darstellungskunst. Er ist zugleich Tänzer, Komiker, Sänger, Akrobat und Pantomime, ein Meister der Verwandlung. Und immer ein Perfektionist. Anderthalb Stunden wirbelt er über die Bühneund setzt dabei sein Minenspiel ebenso exakt ein wie seinen Körper. "Mit der effektvollen Musik und den hervorragenden Liedern (Bernd Langer) sowie den brillanten Tanzchoreographien (Heidi Weber) gelingt Benito Gutmacher ein Feuerwerk an Witz, Humor und Ironie", so verspricht es der Veranstalter, das Freie Theaterstudio im TiK. Und wer Gutmacher einmal erlebt hat, hegt daran nicht den Hauch eines Zweifels. Kartenbestellungen unter Telefon: 0385 / 56 24 01 (im TiK) oder 56 05 00 (beim Ticketservice Behnke). Ausgabe: 38 1998 |
| Kultur lebendig, aber von Presse totgeschwiegen? |
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Ein Leserbrief per e-mail - vielleicht als Einstieg in die öffentliche Diskussion um die landeshauptstädtische Kultur? Kulturredaktion "Unser Schwerin" Liebe Frau Schwaß, mit Erstaunen merke ich, daß wieder eine Ankündigung einer unserer Veranstaltungen - die Flamenco-Show mit Gota de Fuego vom 21. November um 20 Uhr im TIK - nicht in Ihrem Veranstaltungskalender erscheint, noch andernorts in Ihrer Zeitung erwähnt wird. In der bekannten monopolisierten reaktionären Tagespresse Schwerins ist es ja schon Teil der Normalität, daß unsere Veranstaltungen ignoriert werden. Von Ihrer Zeitung aber hätte ich eine andere Haltung erwartet. Es ist sehr bequem zu meckern, daß es in der Stadt zu wenig Kultur gibt, daß die Schweriner zu wenig kulturinteressiert sind oder daß mehr Geld für die Kultur gebraucht wird. Aber wo ist Ihr Anteil an der Bekanntmachung der Veranstaltungen, die mit viel Mühe und persönlichem Engagement organisiert werden? Wo sind die Rezensionen, die Kritiken über das kulturelle Angebot in Schwerin? Das alles ist sehr wichtig für die Entwicklung einer lebendigen Kultur. Ein Beispiel: Vor wenigen Tagen hatte das Freie Theater Studio im TIK eine internationales Tanzfestival mit Künstlern aus 10 verschiedenen Ländern, und die Informationen vor allem seitens der SVZ waren so dürftig, zum Teil sogar irreführend, daß ich mich vor jeder Veranstaltung bei den Künstlern für Schwerin entschuldigen mußte. Man hatte den Eindruck, in Schwerin sei gar nichts los. Viele Leute bedauerten, daß sie nichts oder viel zu spät von diesem Festival erfahren hatten. Nicht nur "blond, blauäugig, blöd" (was ja wenigstens noch Charaktere hätte), sondern langweilig und provinziell ist das Image, das "unsere Heimatzeitung" von Schwerin vermittelt. Aber das war, wie gesagt, für mich fast normal bei dieser Zeitung, die sich gern mit spektakulären Schlagzeilen über Ausländerhetze schmückt. Daß auch "Unser Schwerin" in der letzten Zeit unsere Veranstaltungen "übersieht", erfüllt mich jedoch mit Sorge. Ich haben den Eindruck, für die Schweriner Lokalpresse ist nur das Kulturangebot der staatlichen oder von der Stadt direkt subventionierten Häuser wirklich interessant. Die Freie Kultur wird nur erwähnt, soweit sie von bestimmten staatlichen Einrichtungen gesteuert oder funktionalisiert wird. Ein Erbe der Vergangenheit...? Sie können mir glauben, auf diese Weise wird niemals in Schwerin etwas Neues entstehen, auch die Bevölkerung wird der sogenannten "Hochkultur" weiter fernbleiben, selbst wenn die Zahlen manipuliert werden, um Subventionen zu rechtfertigen. Geld ist nicht alles. Ich hoffe sehr, daß sich in dieser Stadt irgendwann eine wirklich unabhängige Presse entwickelt, die sich für die Geschicke der Stadt echt interessiert und engagiert und sich vor allem auf die elementaren Prinzipien der journalistischen Ethik besinnt und ihre ureigenste Aufgabe wahrnimmt: zu informieren. Dr. Franklin Rodríguez, Künstlerischer Leiter des Freien Theater Studios im TiK Schwerin Ausgabe: 48 1998 |
| Doppelt freies Theater kämpft um seine Existenz |
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Haus der Kultur wird verkauft - Zukunft des TiK in den Sternen Schwerin (is). Während der Kulturdezernent das sinkende Schiff, sprich: das zum Verkauf stehende "Haus der Kultur" in Richtung Stadthaus verläßt, verharrt das Freie Theater-Studio Schwerin weiterhin auf der steinernen "Titanic" in der Mecklenburgstraße. Dr. Franklin Rodriguez, künstlerischer Leiter vom TiK: "Dies ist ein Haus mit großer Tradition und sollte eigentlich als Kulturstätte erhalten bleiben. Wir haben deshalb ein Angebot unterbreitet, das Gebäude über Sponsoren und zusammen mit anderen Kulturvereinen in eigene Trägerschaft zu übernehmen. Das stieß aber bei der Stadt auf Ablehnung." Vielmehr solle das Haus über die WGS verkauft werden. "Kürzlich", so Rodriguez, "war schon jemand von der WGS hier. Es hieß, daß möglicherweise schon im März ein Besitzwechsel stattfindet." Bei einem Gespräch vor zwei Wochen habe Oberbürgermeister Johannes Kwaschik allerdings versichert, daß eine entsprechende Klausel im Kaufvertrag auf jeden Fall den Verbleib des TiK im "Haus der Kultur" (oder was immer es dann sein wird) garantieren würde. Diese Klausel sieht Rodriguez nur soweit als Rettungsanker für sein Theaterstudio an, wie sie auch eine bezahlbare Miete beinhaltet. "Andernfalls nützt uns das Bleiberecht gar nichts." Rodriguez hat, seitdem er den kleinen "Dachboden"-Theaterraum vor zwei Jahren vom Mecklenburgischen Staatstheater übernahm, hier fast zweihundert Veranstaltungen organisiert. Allein die vier Festivals des vergangenen Jahres sorgten weit über die Schweriner Stadtgrenzen hinaus für Furore, und auch für 1998 plant das Theater mit dem wohl allen Schweriner Kulturschaffenden eigenen Zweckoptimismus, sämtlichen (auch finanziellen) Ungewißheiten zum Trotz: das zweite (und letzte?) Pantomimefestival, den dritten (und letzten?) Theatersommer "Kleinkunst Ost", das dritte (und letzte?) Internationale Tanztheaterfestival... Ausgabe: 07 1998 |
| Gutmacher als unerschütterlicher TV-Macher |
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Mit "Der Moderator" zeigt Benito Gutmacher am 11., 12. und 13. Dezember jeweils um 20 Uhr im TIK (Haus der Kultur) eine "Satire in und aus der Medienwelt" Schwerin (red). Werbeblocks sind ohne Gnade. Klopapier und Seife im Doppelpack "Eroika" zu verkaufen und dazu Beethovens Musik! Da müssen auch die werbenden Moderatoren grausam sein. Im Zeitalter der Multikommunikation verschwindet allmählich die Kunst zugunsten des Fast-Food-Entertainments. Kunst wird zur kopierten Beilage des Konsums. Mit Ironie, Phantasie, Körpersprache und Beethovens Musik versucht der argentinische Schauspieler Benito Gutmacher die Welt der Werbung und Media unter die Lupe zu nehmen. Er zieht alle Register eines unerschütterlichen Fernsehmachers. Benito Gutmacher: Argentinischer Schauspieler, Autor und Theaterregisseur, studierte in Buenos Aires Theater, Körpersprache und Gesang. Als treuer Vertreter der Theatertheorie von Antonin Artaud wurde er international bekannt mit seiner Ein-Mann-Show "Der Schrei des Körpers", mit der er seit 25 Jahren auf Festivals in aller Welt aufgetreten ist. Als Schauspieler arbeitete er in verschiedenen Produktionen u.a. mit Carlos Trafic, Hector Malmaud, Stephan Schulberg. Seit 1976 inszenierte er als Autor und Regisseur mehr als 25 Theaterstücke. Die New York Times entdeckte Gutmacher als einen "Virtuosen des Körpertheaters. Vom 11. bis zum 13. Dezember gastiert Benito Gutmacher im Schweriner TIK (Haus der Kultur, Mecklenburgstraße 2). Im Anschluß an die erste Aufführung des "Moderators" am 11. Dezember besteht die Möglichkeit, mit dem Künstler direkt ins Gespräch zu kommen. Zu dieser Veranstaltung lädt gleichzeitig auch der Verein "Schweriner Fachwerk im Kulturbund" zu seinem damit 28. "I-Punkt-Treff". Kartenvorbestellungen zu den TIK-Veranstaltungen sind wie immer möglich unter Telefon: 0385 / 56 24 01. Ausgabe: 49 1998 |
| Keine Frage der Ethik |
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Antwort auf den Leserbrief von Herr Rodríguez durch SchwerinOnline-Redakteurin Irene Schwaß. Lieber Herr Rodríguez, Ihren Ärger verstehe ich, Ihre Vorwürfe nicht. Weder kann man uns ein "Erbe der Vergangenheit" vorwerfen (US gibt es erst seit 1991!) noch, daß für uns nur die von der Stadt - oder wem auch immer - subventionierten Häuser interessant seien. Dafür gibt es weder ein Motiv noch ein Indiz, im Gegenteil. - Wenn Sie US nicht nur unter dem Aspekt lesen, wie oft und wie groß die von Ihnen organisierten Veranstaltungen berücksichtigt sind, so werden Sie feststellen müssen: Wir sind gerade im Bereich Kultur sehr darum bemüht, möglichst viele Veranstaltungen von möglichst vielen Veranstaltern anzukündigen. Ein Kunststück! - Kaum eine kulturell arbeitende Institution, die sich da nicht ungerecht behandelt fühlte - ob das Staatliche Museum, der Frauenliteraturverein, das Freilichtmuseum, das Schleswig-Holstein-Haus, das Staatstheater... oder auch die vielen (wenn auch immer noch viel zu wenigen) privatwirtschaftlichen Unternehmen, die mit Ausstellungen, Konzertprogrammen oder Lesungen mittlerweile auch schon einen nicht zu übersehenden Beitrag zur Belebung der landeshauptstädtischen Kultur leisten. Wenn ich nun eingestehe, daß wir unmöglich(!) alle Kulturveranstaltungen ankündigen, geschweige denn im Nachhinein über sie berichten können, so höre ich schon wieder einige weniger Kulturinteressierte frohlocken: Also doch, - in Schwerin gibt es eigentlich schon viel zuviele Kulturangebote. Dem ist natürlich nicht so. Aber US ist weder ein Kulturmagazin noch eine Tageszeitung. Das heißt zum einen, daß wir jenseits der Kultur auch andere Interessen unserer Leser zu berücksichtigen haben, und zum anderen, daß wir nur über ein begrenztes Platz-, Zeit- und Mitarbeiterkontingent verfügen (und über eine spezielle "Kulturredaktion" gleich gar nicht). Doch noch einmal konkret zum TIK: Gerade Veranstaltungen des Freien Theater Studios genossen zum Beispiel schon mehr als einmal das Privileg, per Titelfoto in US angekündigt zu werden (das mit Millionen geförderte Staatstheater noch nie!). Daraus, daß eine Veranstaltung des TIK (zu meinem wirklichen Bedauern!) einmal nicht angekündigt wurde, in der von Ihnen vorgenommenen Weise Schlußfolgerungen zu ziehen, ist sowohl ignorant gegenüber unserer redaktionellen Arbeit als auch gegenüber all jenen, die neben Ihnen mit großem Einsatz das Ihre dafür tun, daß diese unsere Stadt kulturell aufblüht. Und uns in diesem Zusammenhang die Empfehlung zu geben, uns auf "die elementaren Prinzipien der journalistischen Ethik" zu besinnen, ist schon bitter. Irene Schwaß Leitende Redakteurin P.S.: Ihre Beschimpfungen der SVZ könnten mich eigentlich mit Genugtuung erfüllen. Könnten. Tatsächlich aber empfinde ich das, was Sie da schreiben, als diffamierend und - gerade aus Ihrer Feder - im höchsten Maße ungerecht. Als es beispielsweise darum ging, Ihren Kampf um den Erhalt des Hauses der Kultur zu unterstützen, haben Sie durch sämtliche(!) Printmedien dieser Stadt eine Öffentlichkeit erfahren, die ihresgleichen in Schwerin vergeblich suchen dürfte. Und noch etwas: Wenn Besucher Ihres Festivals zu spät oder gar nicht davon erfahren haben, dann ist die "Schuld" dafür ganz sicher nicht nur bei der Presse zu suchen. In erster Linie ist derjenige, der etwas veranstaltet, für seine Öffentlichkeitsarbeit immer noch selbst verantwortlich. Ausgabe: 48 1998 |
| Mit Ihnen rede ich nie wieder ein Wort! |
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Aus dem Tagebuch einer Redakteurin Es hätte so schön ausgesehen: Dr. Franklin Rodríguez, Leiter des Freien Theater Studios und WGS-Chef Günter Lemke in sonniger Umarmung vereint auf einem Foto:Symbol der restlosen Ausräumung aller Mißverständnisse in Sachen TiK. Doch es hat nicht sollen sein. "Sie nicht!", ruft Günter Lemke quer durch den Raum einer sich gerade präparierenden Fotografin zu, und es bleibt kein Zweifel: Er meint mich. "Sie bekommen kein Foto von mir, mit Ihnen rede ich überhaupt nie wieder ein Wort!" Macht er dann aber doch - läßt sich doch auf ein Warum? nur unzureichend mit Kopfschütteln oder -nicken antworten. - "Weil Sie immer nur auf uns eindreschen, gibt's denn bei den anderen nichts zu meckern? Jetzt wieder mit den Gemeinschaftsantennen, das stimmt so gar nicht, was Sie da geschrieben haben..." "Stimmt schon, außerdem habe das gar nicht ich geschrieben..." "Ist mir doch scheißegal!", beendet darauf der Geschäftsführer des größten städtischen Unternehmens souverän den Dialog und gibt der Hoffnung Raum, daß dies wirklich sein letztes Wort (für mich) ist. Welch ein Verlust! is Ausgabe: 28 1998 |
| Die Herzen treffen |
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Das Freie Theaterstudio im TiK präsentiert das "2. Pantomimefestival '98" vom 17. bis 27. April "Körperklänge - Klangkörper" heißt das Programm des Pantomimen JOMI (Josef Michael Kreutzer) und des Konzertgitarristen Héctor Zamora. In einer seltenen Kombinationen gestalten die beiden Künstler eine szenische Programmfolge mit religiösen, kritischen, lyrischen und lebensbejahenden Inhalten. Pantomime und Musik werden sich abwechseln - das Auge des Besuchers soll ebenso gefordert werden wie das Ohr. So, wie JOMI durch die Sensibilität der wortlosen, stillen Kunst nur mit der Sprache seines Körpers die Herzen der Zuschauer zu treffen vermag, so läßt Héctor Zamora seine Gitarre zum Instrument werden, das den Zuhörer ergreift und mitnimmt in diese andere Welt der Musik, die er genau in diesem Moment zu verstehen imstande ist. Héctor Zamora stammt aus Mexiko-Stadt, wo er an der Musikhochschule studierte. JOMI lernte seine Kunst in Paris bei dem berühmten Pantomimen Marcel Marceau. Ausgabe: 16 1998 |
| Der Koffer und die Frau im Mond |
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Die Pantomiminnen Dagmar Dark und Kristina Busch spielen beim Festival im TiK auch für die jüngsten Zuschauer. Schwerin (red). Das "2. Pantomimefestival '98" ist in vollem Gange und hält auch in dieser und der nächsten Woche einige Highlights bereit. Dagmar Dark spielt heute und morgen jeweils um 10.00 Uhr für Kinder von etwa 6 bis 14 Jahren. In ihrem Programm "So tun als ob..." baut sie besonders auf den Spaß und die Eigenaktivität der Kinder, packt aber auch ernstere Themen an, wie Gewalt und Zerstörung der Natur. Die Dresdenerin Kristina Busch tritt am Donnerstag um 20.00 Uhr auf mit "Die Frau im Mond, der Pappkoffer und das Lachen eines anderen im Wind". Sie wird begleitet von der Sängerin Saskia Köhler. Aber auch Kristina Busch spielt für Kinder - am Freitag um 10.00 Uhr erzählt sie "Pimpinellas Koffergeschichten". Dabei bindet sie die Kinder mit ein und zeigt ein paar Zauberkunststückchen. Ausgabe: 17 1998 |
| Wenn ein Höllenkandidat in den Himmel marschiert... |
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"Die Rostocker Heiden" und die Potsdamer "Schwarze Grütze" sind während der 2. Kampagne-Woche zu sehen. Schwerin (red). Am Freitag um 20 Uhr gastiert das Jugendkabarett "Die Rostocker Heiden" im TIK. Die fünf Schüler bringen zum größten Teil eigene Texte auf die Bühne. Ihr derzeitiges Programm "Tod macht erfinderisch" besteht aus einer Rahmenhandlung und rund zwanzig Einzelszenen. Der Tod hat sich mit so viel sündigen Seelen abzuplagen, daß er einen Höllenplatz streichen muß. Einer der fünf auf die Erde Zurückgeschickten soll sich als "gut" bewähren und zum Engel aufsteigen. Die Themen der Bewährungsszenen reichen vom "Ghetto" Lichtenhagen über Bundeswehrmusterungen bis zu Marslandung und Survivaltraining. In phantasievollen Kostümen versuchen die jugendlichen Darsteller den Zuschauer in unterschiedlichste Lebenssituationen zu entführen. Sie setzen dabei auf politische Satire und Humor statt auf Comedy. Sphärische Klänge unterstützen zum Teil die entsprechende Atmosphäre. Musikalische Einlagen mit Gitarre und Orgel runden das Programm ab. "Makabre Gesänge" präsentiert am Sonnabend und Sonntag das Potsdamer Kabarett-Duo "Schwar-ze Grütze"- gesungener Humor der feinen englischen Art. Die CD "Eintagsfliege" von Dirk Pursche und Stefan Klucke war auf der Leipziger Lachmesse mit Begeisterung aufgenommen worden. Nun gibt es ein neues (mak)aberwitziges Programm, unter anderem mit Geschichten vom häßlichsten Menschen der Welt, einem Chanson vom Heiratsschwindler und mit dem Pantoffelrevolutionärsmarsch. Die beiden Schauspieler und Multiinstrumentalisten agieren im Laufe des Abends mit circa zehn Instrumenten. Karten für die Veranstaltungen sind direkt beim Freien Theater Studio im Haus der Kultur oder bei der Schwerin-Information erhältlich. Vorbestellungen sind unter der Telefonnummer 0385/562401 möglich. Ausgabe: 25 1998 |
| Die WGS verschenkt Zimmer-Antennen |
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Die Methoden der WGS bei der Neuregelung der Kabelanschlußgebühren sind nicht seriös. Ein Mieter wehrte sich - mit Erfolg. Schwerin (StK). Siegfried G. wohnt in der Lankower Edgar-Bennert-Straße und ist keiner von denen, die den ganzen Tag vor der Glotze sitzen. Aber das (Fernseh-)Spiel, das die WGS mit ihren Mietern treibt, will er nicht mitmachen. Die Wohnungsgesellschaft hatte beschlossen, daß die Mieter ab Februar ihre Gebühren zum Empfang des Kabelfernsehprogramms nicht mehr über die Betriebskosten zu zahlen haben, sondern eigene Verträge mit der Betreibergesellschaft INNOCOM abschließen müssen. Das gilt auch für diejenigen, die nur das Grundprogramm empfangen möchten. Der Preis dafür wurde gleichzeitig von 8,50 Mark auf 10 Mark erhöht. Für die WGS schien die Sache damit erledigt. Die voll funktionsfähige Gemeinschaftsantennenanlage hatte sie schon 1992 entfernen lassen. Dazu war sie aber nicht berechtigt. Denn sie muß laut Gesetz auch nach der Verkabelung dafür sorgen, daß die Mieter weiterhin das gewohnte Programmangebot empfangen können. Die WGS sieht die Sache anders: "Wir ... gewährleisten auch zukünftig den uneingeschränkten Anschluß ... an das Breitbandkabelnetz durch das Bereitstellen der entsprechenden Anschlußdose... Damit erfüllen wir weiterhin die gesetzlichen Bestimmungen und Regelungen im Mietvertrag..." Damit gab sich Siegfried G. nicht zufrieden. Er und seine Frau schalteten einen Anwalt ein, über den sie von der WGS forderten, die Gemeinschaftsantenne gleichwertig zu ersetzen. Die Wohnungsgesellschaft glaubte zwar immernoch, rechtens zu handeln, bot aber Familie G. sicherheitshalber großzügig eine Zimmerantenne(!) an. Frau und Herr G. lehnten ab und beharrten auf die Wiedereinrichtung der Gemeinschaftsantenne, da diese bei Einzug und Abschluß des Mietvertrages vorhanden war. Ihre Hartnäckigkeit führte zum Erfolg. Die WGS gab nach Androhung eines Gerichtsverfahrens klein bei. Die Gemeinschaftsantenne steht zwar nicht wieder, aber seit dem 20. Mai können die Eheleute G. über das Kabelnetz auf das Grundprogramm zurückgreifen. Das Entscheidende dabei: Die Gebühren werden in gewohnter Weise über die Betriebskosten abgerechnet. Siegfried G. betont, daß das Vorgehen der WGS nicht nur unseriös, sondern auch unsozial sei: "Sozialhilfeempfänger, denen das Amt Miete und Betriebskosten zahlt, werden betrogen, wenn die Kabelgebühren nicht mehr in den Betriebskosten enthalten sind." Dank der neuen Regelung durch die WGS kommen zusätzliche Belastungen auf diese Menschen zu oder sie müssen in die Röhre gucken. Ausgabe: 27 1998 |
| "Offen für Europa - offen für andere" |
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Gestern abend startete mit den Lateinamerikanischen Musiktage die Schweriner Interkulturelle Woche. Schwerin (mw). Der Gedanke, eine solche Woche mit einer breiten Palette von Veranstaltungen sowohl politischer als auch kultureller Art in der Landeshauptstadt zur Institution zu machen, hat sich in den zurückliegenden Jahren glänzend bewährt: Denn das, was die Veranstalter damit bewirken wollen, ist just das, woran es in diesem Land eklatant mangelt, - Gelegenheit zur Begegnung der Deutschen mit leibhaftigen Menschen aus anderen Ländern und Kontinenten, die in unserer Mitte leben. Vorurteile nähren sich auch aus Berührungsangst mit dem Unbekannten und Fremden. Da bleibt noch viel aufzuholen angesichts der Tatsache, daß die vergleichsweise sehr wenigen in M-V lebenden Ausländerinnen und Ausländer von einer immer noch erschreckend großen Zahl von "Einheimischen" für alle Nöte der Zeit - von der Arbeitslosigkeit bis zur Gewaltkriminalität - verantwortlich gemacht werden. Und es fehlt eklatant an einem Bewußtsein des Mangels, den eine Gesellschaft leidet, die darauf besteht, im langweiligsten Sinne "monokulturell" zu bleiben, - ganz abgesehen von allem, was einer Kultur, die immer nur im eigenen Saft schmort, an Reiz und Vielfalt abgeht: Wo es heute nicht wenigstens ein bißchen "international" riecht, ist Provinz-Muff. Und das ist wohl das Letzte, was den Menschen und dem Land guttut. Die Interkulturelle Woche will auch in diesem Jahr wieder mit anrührenden, spannenden und nicht unterhaltsamen Programm-Angeboten ein Stück Begegnung mit anderen Kulturen ermöglichen. Auf das in die Woche integrierte Programm der Lateinamerikanischen Musiktage im TIK haben wir in unserer letzten Ausgabe bereits ausführlich aufmerksam gemacht. Deshalb beschränken wir uns hier auf die sonstigen Termine: Die offizielle Eröffnung (mit OB Kwaschik) ist am Sonnabend, 27.9. um 19 Uhr im Speicher (Röntgenstraße 20 - 22). Danach gibt es das Theaterstück "Die Trümmerrose", Livemusik mit "Turbo speed"und "Social Disease", einen Auftritt der Mädchentanzgruppe der RAA, Pantomime mit Mony Ros (Kambodscha) sowie der Trommelgruppe der RAA. Im Foyer warten Info-Stände, ein politischer Basar und Ausstellungen. Am Sonntag um 10 Uhr findet im Dom ein thematischer Gottesdienst unter dem Leitwort "Fremde Heimat" statt.Das Kinderfest am Montag (29.9.) gleichfalls im "Speicher", der Aktionstag am Dienstag (30.9.) zum Tag des Flüchtlings (Motto: "Wer Menschenrechte vergißt, vergißt sich selbst") die Präsentation des Deutsch-Russischen Kulturzentrums "Kontakt" e. V. u. a. mit Konzert "RussischerFinger" wiederum im "Speicher" bilden weitere Höhepunkte. Am Donnerstag 2.10. steigt (wiederum im "Speicher") der Abschlußabend mit einem Blueskonzert mit Louisiana Red. Die ganze Woche über ist in der RAA Schwerin e. V. in der Körnerstraße 17 die Ausstellung "Fremde Deutsche" - Aussiedler in Deutschland. Ausgabe: 39 1997 |
| Schweriner keine Kultur verdient? |
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Der Vorhang des vierten Festivals des Freien Theaters ist gefallen, und so mancher hat es gar nicht bemerkt. Schwerin(is). "Spiellust" - so auch das Motto des Theaterfestivals - hatte die Mitwirkenden der Freien Theatergruppen in der vergangenen Woche gepackt, und so zeigten sie von Donnerstag bis Sonntag im "Speicher" ein kunterbuntes Programm, das sich wirklich sehen lassen konnte. Nur hatten es leider nicht allzu viele gesehen: Zwischen dreißig und fünfzig Besucher wurden pro Veranstaltung gezählt, und das angesichts des anhaltend laut tönenden Klageliedes auf das mangelhafte Kulturangebot der Landeshauptstadt. "Bleiben die Besucher aus", so Martin Klähn von der Theaterkooperative und Mitorganisator des Festivals, "so bekommen die Schweriner irgendwann nur noch das Kulturangebot, das sie verdienen: Schlagerparaden mit Dieter Thomas Heck und Gastspiele von Nicole." Allerdings sei, so räumt Klähn ein, das Festival auch nicht ausreichend publik gemacht worden. Insbesondere von der Tagespresse hätte er sich gewünscht, das sie am Veranstaltungstag zumindest das Programm veröffentlicht. "Wenn Kulturveranstaltungen dieses Art von der einzigen Schweriner Tageszeitung einfach ignoriert werden, wie sollen sie dann das Publikum erreichen? Zumal dieses Festival zu 50% aus städtischen Mitteln finanziert und vom Kulturamt aktiv unterstützt wurde." Fazit bleibt dennoch: Es muß und wird auch ein fünftes Festival des Freien Theaters in Schwerin geben. Schließlich haben diejenigen, die doch gekommen waren, die Aufführungen zum Teil mit wahren Begeisterungsstürmen aufgenommen. Und:Gerade die Amateuer-Theatergruppen brauchen derartige Aktionen, um sich einem öffentlichen Publikum stellen zu können. Die Theaterkooperative als Veranstalter des Festivals sieht darin ihre vornehmlichste Aufgabe: dem Freien Theater zu einer Lobby zu verhelfen. Wer an einer Mitgliedschaft in der Theaterkooperative interessiert ist, kann sich weitere Informationen unter Tel.: 0385/ 550 99 43 oder 0397 47 / 50 222 einholen. Ausgabe: 36 1997 |
| Nach langer Reise aus den Anden in die Münzstraße |
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Schwerins Innenstadt verändert sich tagtäglich. Auch in die Münzstraße ist Bewegung gekommen. Schwerin(cl). "Wir waren schon lange nicht in dieser Ecke und sind erstaunt, was sich getan hat", so formulierte es ein Schweriner Ehepaar, das sich, offenbar auf Erkundung durch die Landeshauptstadt, in die alte, fast schon in Vergessenheit geratene, Münzstraße verirrte. Und für wahr: Neues Leben ist eingezogen, viele kleine Geschäfte, ein Pub entstanden, Dienstleister haben ihre Zelte aufgeschlagen, pardon, ihre Büros hier eingerichtet. In erster Linie sind es Frauen, die die Initiative ergriffen, eine eigene Existenz begründet und somit und dem Straßenzug wieder Geschäftigkeit verliehen haben. Seit etwas mehr als vier Wochen trägt sie auch lateinamerikanische Züge: In der "Tienda Latina" nämlich bietet Ulrike Rodriguez Kunst-Handwerk vornehmlich aus Ecuador an. Den Schwerinern dürfte die Geschäftsfrau keine Unbekannte sein, ist sie doch seit nahezu fünf Jahren auf vielen Märkten in der Stadt oder in deren Umgebung mit ihren Angeboten vertreten. "Angefangen hat alles bei einem Schloßfest", erzählt sie und auch, daß es ihr nicht in erster Linie nur ums Geschäft geht, sondern auch um die Vermittlung von Kultur. "Hier weiß man sehr wenig über das karge Leben der Indios, ihre Sorgen und Nöte, aber auch über ihre Lebensfreude." Die spiegelt sich in den Exponaten wider, die man in der Tienda findet: Gemälde, Skulpturen, Kleidung, Schmuck, Musikinstrumente und auch Transfair-Produkte werden angeboten. "Wir kaufen alles bei Familienbetrieben oder Kooperativen auf und können so mithelfen, den Lebensstandard der einfachen Leute zu verbessern." Wer etwas Besonderes sucht, ein Geschenk vielleicht, das es so nicht noch einmal gibt, der wird garantiert fündig. Allerdings muß man sich Zeit nehmen, denn Ulrike Rodriguez will, wie gesagt, nicht einfach nur verkaufen. Sie wirbt für Verständnis, vermittelt Hintergründe. Auch wer nichts kauft, verläßt die "Tienda Latina" reicher. Reicher an Wissen um ein Volk, weit weg von Schwerin und doch, durch das Engagement von Ulrike Rodriguez, so nah. Ausgabe: 30 1997 |
| "Ost-Entdeckungen 97" im TIK |
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Der diesjährige 2. Theatersommer im TIK unter dem Motto "Ost-Entdeckungen" wurde vom Freien Theater Studio mit einer kleinen Unterstützung des Kultusministeriums und der Stadt Schwerin organisiert. 13 Produktionen, dargeboten von 54 professionellen freiberuflichen Künstlern aus verschiedenen Städten der ehemaligen DDR, gaben einen Einblick in die Entwicklung der freien Szene in den letzten Jahren. An einer Vielzahl von Themen, Formen und Organisationsstrukturen wurde ein breites Spektrum einer Szene auf der Suche nach der eigenen Identität vorgestellt. Um als Theatermacher überleben zu können, mußten die zumeist aus staatlichen Theatern kommenden Künstler gezwungenermaßen neue Organisations- und Theaterformen erfinden. Dies nicht ohne allerlei Probleme und ökonomischen Risiken, für viele ein abschreckender Faktor. Doch viele Produktionen nutzen den Mangel an ökonomischen Mitteln, um so mit viel Phantasie einer lebendigen Kunst, bei der der Mensch wieder im Mittelpunkt steht, gerecht zu werden. Gruppen wie die Theater Native C haben vor ausverkauftem Hause mit großer Souveränität die wichtigsten Merkmale der Ostdeutschen Szene, die Lebendigkeit und Vielfältigkeit sowie Professionalität, bewiesen. Ebenfalls ein Beispiel gelungenen Theaters brachte -Struktur Fokal- aus Leipzig. Mit einer neuen Interpretation der "Candide" von Voltaire begeisterten sie mit modernen und alten Mitteln der "Commödie de€ll Arte" das junge Publikum. Bemerkbar war, im Vergleich zum letzten Jahr, die spürbar steigende Akzeptanz des TIK, die Zuschauerzahlen haben sich verdoppelt. Inzwischen gibt es ein Stammpublikum aus Schwerin und Umgebung. Zur Zeit gibt es die wohlverdiente Theaterpause. Ausgabe: 33 1997 |
| Sommerlochfreie Zone: TIK |
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Nachdem der Kultursommer im vergangenen Jahr unter dem Motto "Wasser" gestanden hatte, scheint er in diesem Jahr (fast) vollständig in selbiges Wasser gefallen zu sein und mit ihm die sommerlichen Speicherveranstaltungen, das Europäische Theaterfestival und der komplette Rest der städtischen Kultur gleich mit. Schwerin(is).Bade-Kultur ist angesagt, und sonst nichts. Stimmt, und doch nicht ganz: Das Freie Theater Studio Schwerin hat sich entschlossen, mit wenigen Leuten, noch weniger Geld und dafür umso mehr Engagement dem kulturellen Sommerloch mit dem 2. Theatersommer ein weiteres Mal entgegenzuwirken: Unter dem Motto "Ost-Entdeckungen €97" spielen Künstler aus verschiedenen Städten der ehemaligen DDR, die vor der Wende zumeist in städtischen Einrichtungen gearbeitet hatten und seither notgedrungen oder freiwillig die Selbständigkeit erbroben. Der bevorstehende Theatersommer will ein "breites Spektrum an szenarischen Lösungen mit einfachen Mitteln" bieten und dabei Künstler vorstellen, die Professionalität und Entdeckungsfreude miteinander verbinden und neue Wege in der darstellenden Kunst aufzeigen möchten. Eröffnet wird die Veranstaltungsreihe am 20. Juni um 21 Uhr durch den Sänger und Schauspieler Kurt Nolze mit seinem Rudolf-Tarnow-Abend. Hier spielt Nolze erstmals im TIK "Plattdeutsche Schwankgedichte und die schönsten niederdeutschen Volkslieder". Für die Liebhaber der "stillen Kunst" zeigt Dagmar Dark am 21. Juni um 21 Uhr unter dem Titel "Zwischen Lachen und Weinen" tragikomisches aus ihrem pantomischen Repertoire. Am gleichen Abend, um Mitternacht, wagen junge Teilnehmer des vom Freien Theaterstudio organisierten Schauspielseminars ihre ersten Bühnenschritte vor öffentlichem Publikum. Sie zeigen das Stück "R.I.P.", eine kurze Komödie voll von schwarzem Humor über das Leben und den Tod. Autor: Jose Martinez Queirolo (Ecuador), Regie: sein Landsmann Franklin Rodriguez. Am 27. und 28. Juni kommen, nach ihrem erfolgreichen Auftritt während des Pantomime-Festivals im TIK, wieder FINKE-FALZ aus Berlin mit einem absurdenComical "Time is Time" nach Schwerin. Das Juli-Programm wird, sofern das US-Redaktionsteam bis dahin nicht dem bißchen Kultursommer gefolgt und baden gegangen ist, noch rechtzeitig veröffentlicht. Kartenbestellungen: 56 24 01. Ausgabe: 25 1997 |
| "Den Rhythmus des Gegenstands einfangen" |
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Jeden Dienstag von 18 bis 20 Uhr gehört das Kämmerchen unter dem Dach des Kulturbundes (auch TIK genannt) den Freunden der Pantomime. Schwerin(is). Langsam gehen sie, dann immer schneller, rennen schließlich auf und davon - und bewegen sich doch nicht von der Stelle. "Darin liegt das Geheimnis", so die Schweriner Pantomime-Künstlerin Dagmar Dark, "daß man durch bestimmte pantomische Techniken beim Zuschauer eine Illusion, eine optische Täuschung erzeugt." So lernen die Kursteilnehmer nicht nur, imaginäre Türen und Wände entstehen zu lassen, sondern können bei Verzicht auf jede Form von Requisite auch Geschirr abwaschen, mit einem Liebsten tanzen, ja, als Schmetterling fliegen sogar. "Das erfordert," so Dagmar Dark, "zumeist widernatürliche Bewegungen, man muß vieles langsamer, anders als gewohnt machen, wenn man eine bestimmte Wirkung erzielen will. Das kostet viel Übung." Gabi Wischnewski kann das nur bestätigen: "So ein hartes Training hatte ich nicht erwartet. Zuerst hatte ich ganz schön Muskelkater. Aber es ist schon toll: Man bekommt ein ganz anderes Körperbewußtsein, lernt, alle Körperteile einzeln zu bewegen und als Ausdrucksmittel zu nutzen." Und während Dagmar Dark zeigt, auf welch verschiedene Weise man ein Glas zum Trinken anheben kann, erklärt sie: "Das wichtigste ist, den Rhythmus des Gegenstands einzufangen. Es ist etwas ganz anderes, ob man einen schweren Bierhumpen stemmt oder etwa mit einem grazilen Sektglas zuprostet. Wenn man es gut macht, dann hört der Zuschauer, wie es dabei €Pling!€ macht." Und dabei scheint die Mimin just für diesen Augenblick tatsächlich auf eine Stehparty entschwunden zu sein, strahlt selbstvergesen jenen unsichtbaren Herren an, der ihr da wohl soeben zugeprostet hat... Wer dies und anderes aus der hohen Kunst der Pantomime erlernen will, kann einfach mal vorbeischauen - dienstags im TIK. Doch Vorsicht, es besteht akute Ansteckungsgefahr: Wer einmal der Faszination der Pantomime erliegt, wird nimmermehr davon lassen können. Ausgabe: 24 1997 |
| "Offen für Europa - offen für andere" |
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Gestern abend startete mit den Lateinamerikanischen Musiktage die Schweriner Interkulturelle Woche. Schwerin (mw). Der Gedanke, eine solche Woche mit einer breiten Palette von Veranstaltungen sowohl politischer als auch kultureller Art in der Landeshauptstadt zur Institution zu machen, hat sich in den zurückliegenden Jahren glänzend bewährt: Denn das, was die Veranstalter damit bewirken wollen, ist just das, woran es in diesem Land eklatant mangelt, - Gelegenheit zur Begegnung der Deutschen mit leibhaftigen Menschen aus anderen Ländern und Kontinenten, die in unserer Mitte leben. Vorurteile nähren sich auch aus Berührungsangst mit dem Unbekannten und Fremden. Da bleibt noch viel aufzuholen angesichts der Tatsache, daß die vergleichsweise sehr wenigen in M-V lebenden Ausländerinnen und Ausländer von einer immer noch erschreckend großen Zahl von "Einheimischen" für alle Nöte der Zeit - von der Arbeitslosigkeit bis zur Gewaltkriminalität - verantwortlich gemacht werden. Und es fehlt eklatant an einem Bewußtsein des Mangels, den eine Gesellschaft leidet, die darauf besteht, im langweiligsten Sinne "monokulturell" zu bleiben, - ganz abgesehen von allem, was einer Kultur, die immer nur im eigenen Saft schmort, an Reiz und Vielfalt abgeht: Wo es heute nicht wenigstens ein bißchen "international" riecht, ist Provinz-Muff. Und das ist wohl das Letzte, was den Menschen und dem Land guttut. Die Interkulturelle Woche will auch in diesem Jahr wieder mit anrührenden, spannenden und nicht unterhaltsamen Programm-Angeboten ein Stück Begegnung mit anderen Kulturen ermöglichen. Auf das in die Woche integrierte Programm der Lateinamerikanischen Musiktage im TIK haben wir in unserer letzten Ausgabe bereits ausführlich aufmerksam gemacht. Deshalb beschränken wir uns hier auf die sonstigen Termine: Die offizielle Eröffnung (mit OB Kwaschik) ist am Sonnabend, 27.9. um 19 Uhr im Speicher (Röntgenstraße 20 - 22). Danach gibt es das Theaterstück "Die Trümmerrose", Livemusik mit "Turbo speed"und "Social Disease", einen Auftritt der Mädchentanzgruppe der RAA, Pantomime mit Mony Ros (Kambodscha) sowie der Trommelgruppe der RAA. Im Foyer warten Info-Stände, ein politischer Basar und Ausstellungen. Am Sonntag um 10 Uhr findet im Dom ein thematischer Gottesdienst unter dem Leitwort "Fremde Heimat" statt.Das Kinderfest am Montag (29.9.) gleichfalls im "Speicher", der Aktionstag am Dienstag (30.9.) zum Tag des Flüchtlings (Motto: "Wer Menschenrechte vergißt, vergißt sich selbst") die Präsentation des Deutsch-Russischen Kulturzentrums "Kontakt" e. V. u. a. mit Konzert "RussischerFinger" wiederum im "Speicher" bilden weitere Höhepunkte. Am Donnerstag 2.10. steigt (wiederum im "Speicher") der Abschlußabend mit einem Blueskonzert mit Louisiana Red. Die ganze Woche über ist in der RAA Schwerin e. V. in der Körnerstraße 17 die Ausstellung "Fremde Deutsche" - Aussiedler in Deutschland. Ausgabe: 39 1997 |
| Was Männer nicht mögen oder: "Leise Sagen" |
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Am 7. und 8. November jeweils um 20 Uhr werden Sonja Kehler und Milan Samko vertonte Werke der Dichterin Else Lasker-Schüler im TIK präsentieren. Schwerin(re). Die Schauspielerin und Sängerin Sonja Kehler spielt nicht nur Else Lasker-Schüler, sie ist es. Die innere VerVerbindung zwischen den beiden Künstlerinnen, ihre Gemeinsamkeiten faszinierten die Brecht-, Tucholsky- und Kästnerinterpretin, die schon immer ein "Lyrik-Freak" war, um ein Programm wie "Leise Sagen" ins Leben zu rufen. Mit ausdrucksvoller Gestik und eindrucksvoller Stimme interpretiert Sonja Kehler die Texte der Expressionistin. "Es ist mir immer noch nicht möglich", so Sonja Kehler, "sie ganz zu umfassen, diese Else Lasker-Schüler. Ich habe genommen, was mich provozierte, mich traurig machte, mich sein ließ, was mich heiter machte - ahnend, daß wohl niemand ihre Seele ganz begreift." Männer mögen Else Lasker-Schüler in der Regel nicht. Sie haben Probleme mit dieser selbstbewußten, wenngleich einer der bedeutendsten Dichterinnen des 20. Jahrhunderts. Karten: 0385 / 56 24 01 Ausgabe: 45 1997 |
| Kurs: Russische geistliche Musik |
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Natascha Kalugina wieder in SN Schwerin. Das TIK bietet unter Leitung von Natscha Kalugina, Dirigentin der Russischen Kirche in Hamburg, allen Chormusikbegeisterten, Musikern und Musikliebhabern ab Oktober das Seminar "Geistliche Musik in der Russischen Kirche" an. "Ich hege", so Frau Kalugina, "die stille Hoffnung, daß sich daraus ein Konzertkammerchor entwickelt." Getroffen wird sich mittwochs von 19 bis 20.30 Uhr. Anmeldungen/ Infos: 0385 / 581 3339. Ausgabe: 35 1997 |
| "Offen für Europa - offen für andere" |
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Gestern abend startete mit den Lateinamerikanischen Musiktage die Schweriner Interkulturelle Woche. Schwerin (mw). Der Gedanke, eine solche Woche mit einer breiten Palette von Veranstaltungen sowohl politischer als auch kultureller Art in der Landeshauptstadt zur Institution zu machen, hat sich in den zurückliegenden Jahren glänzend bewährt: Denn das, was die Veranstalter damit bewirken wollen, ist just das, woran es in diesem Land eklatant mangelt, - Gelegenheit zur Begegnung der Deutschen mit leibhaftigen Menschen aus anderen Ländern und Kontinenten, die in unserer Mitte leben. Vorurteile nähren sich auch aus Berührungsangst mit dem Unbekannten und Fremden. Da bleibt noch viel aufzuholen angesichts der Tatsache, daß die vergleichsweise sehr wenigen in M-V lebenden Ausländerinnen und Ausländer von einer immer noch erschreckend großen Zahl von "Einheimischen" für alle Nöte der Zeit - von der Arbeitslosigkeit bis zur Gewaltkriminalität - verantwortlich gemacht werden. Und es fehlt eklatant an einem Bewußtsein des Mangels, den eine Gesellschaft leidet, die darauf besteht, im langweiligsten Sinne "monokulturell" zu bleiben, - ganz abgesehen von allem, was einer Kultur, die immer nur im eigenen Saft schmort, an Reiz und Vielfalt abgeht: Wo es heute nicht wenigstens ein bißchen "international" riecht, ist Provinz-Muff. Und das ist wohl das Letzte, was den Menschen und dem Land guttut. Die Interkulturelle Woche will auch in diesem Jahr wieder mit anrührenden, spannenden und nicht unterhaltsamen Programm-Angeboten ein Stück Begegnung mit anderen Kulturen ermöglichen. Auf das in die Woche integrierte Programm der Lateinamerikanischen Musiktage im TIK haben wir in unserer letzten Ausgabe bereits ausführlich aufmerksam gemacht. Deshalb beschränken wir uns hier auf die sonstigen Termine: Die offizielle Eröffnung (mit OB Kwaschik) ist am Sonnabend, 27.9. um 19 Uhr im Speicher (Röntgenstraße 20 - 22). Danach gibt es das Theaterstück "Die Trümmerrose", Livemusik mit "Turbo speed"und "Social Disease", einen Auftritt der Mädchentanzgruppe der RAA, Pantomime mit Mony Ros (Kambodscha) sowie der Trommelgruppe der RAA. Im Foyer warten Info-Stände, ein politischer Basar und Ausstellungen. Am Sonntag um 10 Uhr findet im Dom ein thematischer Gottesdienst unter dem Leitwort "Fremde Heimat" statt.Das Kinderfest am Montag (29.9.) gleichfalls im "Speicher", der Aktionstag am Dienstag (30.9.) zum Tag des Flüchtlings (Motto: "Wer Menschenrechte vergißt, vergißt sich selbst") die Präsentation des Deutsch-Russischen Kulturzentrums "Kontakt" e. V. u. a. mit Konzert "RussischerFinger" wiederum im "Speicher" bilden weitere Höhepunkte. Am Donnerstag 2.10. steigt (wiederum im "Speicher") der Abschlußabend mit einem Blueskonzert mit Louisiana Red. Die ganze Woche über ist in der RAA Schwerin e. V. in der Körnerstraße 17 die Ausstellung "Fremde Deutsche" - Aussiedler in Deutschland. Ausgabe: 39 1997 |
| Time is Time |
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Zwei in die Jahre gekommene Kumpane werden darin vom Tod überrascht. Schwerin. Vielen Schwerinern schon durch das 1. Internationale Pantomimefestival bekannt, wird das Berliner Duo diesmal mit der Groteske "Time is Time" aufwarten. Zwei in die Jahre gekommene Kumpane werden darin vom Tod überrascht: "...Ihr habt noch eine Stunde Zeit - haltet bitte die Löffel bereit!" Was dann einsetzt, ist eine absurde Parforcejagd nach sinnvoller Ausgestaltung der letzten 60 Minuten. Alle Versuche, die verbleibende Zeit zu koordinieren, ihr das beste abzugewinnen, scheitern. Zu eingefahren sind die Gewohnheiten und Rollenspiele der Greise, zu starr die festgeprägten Erlebens- und Handlungsmuster. Die Beiden bewegen sich dabei zwischen Schauspiel, Puppenspiel und Pantomime. Manches erinnert an italienisches Straßentheater, anderes an einen Witz von Woody Allen. Eine furiose Farce über Vergänglichkeit und Unendlichkeit von Lebens-Zeit. Kartenbestellungen: 56 24 01. Ausgabe: 25 1997 |