| Rückblick einige der wichtigsten Inszenierungen im Rahmen des Projektes Freies Theater in Schwerin |
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Eigenproduktionen des Freien Theater StudioTrotz starker ökonomischer Zwänge ist es dem Freien Theater Studio in den zurückliegenden Jahren gelungen, eine ganze Reihe eigener Produktionen- vor allem Theaterinszenierungen, aber auch Pantomime-, Tanz- und Gesangsdarbietungen auf die Wege zu bringen. Im folgenden ein kurzer Überblick über unsere Inszenierungen: ![]() Die Oliven
Autor: Lope de Rueda Übersetzung aus dem Spanischen: Ulrike und Franklin Rodríguez Darsteller: Torubio: Helmuth Noelle; Agueda de Tóruegano: Anja Pawelke; Mencigüela: Patricia Hermes; Aloya: Karin Göritz Regie: F. Rodríguez "Die Oliven" von dem spanischen Autor Lope de Rueda aus dem Jahre 1568 ist eine recht vergnügliche Komödie, bei der das Setzen von Olivenstecklingen in einer Bauernfamilie große Erwartungen über die daraus entstehenden künftigen Reichtümer auslöst. Hauptstreitpunkt ist der Verkaufspreis, den die Tochter auf dem Markt für die Oliven verlangen soll. Und das Mädchen, das es einem jeden recht machen will, bezieht von beiden Seiten Prügel. Eine Nachbarin, die dem armen Kind zur Hilfe eilt, stellt erschüttert fest: "Es ist erstaunlich, was man auf dieser Welt erleben muss- die Oliven sind noch nicht gepflanzt, und schon prügeln sie sich darum !" "DIE GEBURT DES SPIELMANNS"Autor: Darío Fo Regie: F. Rodríguez Darsteller: Anja Österreich, Kerstin Rüdelt, Jana Schomann, Marie Herrig
"Die Geburt des Spielmanns" von dem italienischen Autor Dario Fo ist das zweite von der Gruppe aufgegriffene Stück. Das Werk aus dem Jahre 1968 ist eigentlich ein Monolog aus dem "Misterio Buffo", das auf Grundlage von Texten und Berichten über das Leben auf dem Gebiet des heutigen Sizilien um das Jahr 1200 entstanden ist. Nach Dario Fo wird in diesem Volksstück über einen Gaukler berichtet, "...der erzählt, dass er ein Bauer war, bevor er Spielmann wurde, und dass Christus ihn zum Volksdichter gemacht habe. Er besaß etwas Land, aber sein Patron, sein Grundherr, wollte es ihm wegnehmen". Die Inszenierung ist mit diesem Text ziemlich frei umgegangen, indem der Spielmann durch verschiedene Gestalten aus der Commedia dell Arte ersetzt wurde, die sich vom mittelalterlichen Spielmann ableiten. So erscheinen Harlekin, Pierrot, Hans Wurst und schließlich noch der zeitgenössische Zirkusclown. Mit einfachen Elementen der Pantomime, der freien Improvisation und szenischem Spiel versuchen vier junge Mädchen, anhand dieses Monologs ihre eigenen Ausdrucksmöglichkeiten zu entwickeln. "AUSSENMINISTER SCHMIDT"Autor: Sergio Arrau/Terence Mac Nally Übersetzung: Ulrike und Franklin Rodríguez Darsteller: Sergeant: Helga Löchler; Außenminister Schmidt: Ulf Raßbach Regie : F. Rodríguez "Außenminister Schmidt" ist eine Adaption einer Komödie des nordamerikanischen Autors Terence Mc Nally mit dem ursprünglichen Titel "Der Nächste". lm Jahre 1968 wurde sie am Broadway zur lustigsten Komödie des Jahres gekürt. Später nahm sich der chilenische Autor Sergio Arrau ihrer an, änderte und bereicherte sie mit neuen Elementen, danach wurde sein Werk auch in Deutschland übersetzt. Unsere Bühnenfassung entspricht im wesentlichen dem 1. Teil der Komödie von Arrau, lehnt sich aber in vieler Hinsicht mehr an die ursprüngliche Version ( "Der Nächste" ) an. Das Stück spielt zur Zeit des Vietnam-Krieges und zeigt die Haltung des unvoreingenommenen Bürgers, der in einen Krieg ziehen soll, den er nicht begonnen hat, für den er sich in keiner Weise zuständig fühlt, (der ihn persönlich nicht betrifft ), so dass er mit allen Mitteln versucht, seine Untauglichkeit zu beweisen. Dabei kommt es zu einer Reihe komischer Situationen, aber gleichzeitig wird der unmenschliche Charakter des Krieges und die Beziehung Staat-Individuum deutlich. "DER MANN ALS HUND"Autor: Oswaldo Dragún Übersetzung: Ulrike und Franklin Rodríguez Regie: F. Rodríguez Darsteller: Uwe Peter, Kerstin Rüdelt, Alexandra Kurth, Jana Rafalzik Der Mann als Hund, ist eine der "Geschichten zum Erzählen" des argentinischen Autors Oswaldo Dragun. Oswaldo Dragun ist einer der bedeutendsten Dramatiker des zeitgenössischen lateinamerikanischen Theaters, der schon im Kampf gegen die letzte Militärdiktatur in Argentinien eine wichtige Rolle spielte. So war er ein Mitbegründer des "Offenen Theaters", einer alternativen Form des Volkstheaters, die Tausende Menschen gegen die Unterdrückung durch das Militär mobilisieren konnte. Das von der Gruppe ausgewählte Werk ist "Die Geschichte von einem Mann, der sich in einen Hund verwandelte!' Das Stück spielt Ende der 60er Jahre in Buenos Aires. Seine quälende soziale Situation, noch verschlimmert durch die Arbeitslosigkeit, bringt einen anonymen Einwohner der großen Stadt dazu, den einzigen Posten anzunehmen, der ihm angeboten wird- den Wachhund des Nachtwächters zu ersetzen, der vor kurzem gestorben ist. In Ausübung seiner "Tätigkeit" verschlechtert sich allmählich sein körperlicher und geistiger Zustand. Er entfremdet sich seiner selbst, seiner Persönlichkeit, schließlich ist er kaum noch zu normalen menschlichen Bewegungen fähig, und seine geistige Verwirrung geht so weit, daß er sich mit seiner Rolle als Hund identifiziert. Ein paar Schauspieler, die sich zufällig mit ihm befreundet hatten, erzählen seine Geschichte. Mit den Mitteln der argentinischen kreolischen Groteske und einer geschickten Handhabung der Theatersprache führt Dragun einige psychophysische Konsequenzen der Arbeitslosigkeit in seinem Land ins Extreme. Diese Stücke, die zunächst gemeinsam aufgeführt wurden, wurden später unabhängig voneinander in Klubs, Heimen, Schulen u. a. Einrichtungen gezeigt. |
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